Das Jetzt (bis 2010)

Was kommt nach der Jugend? Wie lange zählt man zur Jugend? Ein Spruch besagt: Man ist so alt, wie man sich fühlt. Das allerdings ist unterschiedlich 😉

Ich würde mal sagen, die Zeit nach der Hochzeit, nach dem Kinderkriegen, diese blenden wir hier mal aus, das lassen wir bei der Familie. In der Zeit der Selbständigkeit gab es neben Familie, Firma, Hausbauen eigentlich nicht viel, das hier erwähnenswert wäre. Gut, man war einige Male im Urlaub (USA, Tunesien, Italien, Deutschland), hat auch einiges erlebt, das würde ich allerdings wirklich unter der Rubrik Familie belassen.

Hier werde ich mal die Zeit ab Stuttgart (also ab 2004) dokumentieren, beschreiben, Gedanken dazu fassen.

Angefangen hat die Stuttgarter Zeit für mich Mitte 2003 mit Aufnahme der Arbeit als Technischer Leiter bei der St. Josef gGmbH im Stuttgarter Osten. Nachdem ich mich dort scheinbar anständig aufgeführt hatte, wurde ich auch nach der Probezeit übernommen. Dies war zum Glück schon länger vor Ende der Probezeit klar und so konnten wir kurz von Weihnachten 2003 in unsere frisch renovierte, von meinem Arbeitgeber vermittelte Wohnung in der Urachstraße einziehen. Ein Weihnachten in einer Wohnung, das an bewohnbaren Räumen ein Wohnzimmer und eine Küche hatte, die anderen Zimmer waren noch eindeutig Einzugszimmer, wobei Paulines Zimmer noch keinen Bodenbelag hatte, dieser war noch nicht geliefert worden, und in Kilians Zimmer hatte sich der Teppich gewellt, da der Bodenbelag zu frisch auf den gespachtelten Boden gelegt wurde.

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Weihnachtskarte (allerdings noch in Weißenhorn entstanden)

Trotz der widrigen Umstände war es ein schönes Weihnachten, weg von diesem seltsamen Weißenhorn, angekommen in der Großstadt, mitten in einem Stadtteil, der unterschiedlicher nicht sein konnte. Zwischen der antroposophischen Uhlandshöhe mit den protzigen Villen hinunter in die alte Gasarbeitersiedlung, mit hoher Hartz IV-Dichte, hoher Arbeitslosigkeit, hohem Migrantenanteil … Und als Neu-Stuttgarter wir mittendrin, in einer Erdgeschoßwohnung mit Garten, meine Arbeitsstelle und Julius Kindergarten fußläufig zu erreichen, die Grundschule in Sichtweite, mit der U-Bahn vier Stationen bis zum Hauptbahnhof. Durch meine Arbeit im Kinderzentrum hatte ich das Glück und die Beziehungen, dass die Kinder nicht auf der Warteliste versauerten, sondern ich vorrangig Kita- und Hortplätze für den Nachwuchs bekam 😉

Gleich um die Ecke hatte ich dann nach einiger Zeit auch eine Kneipe gefunden, in die ich dann auch regelmäßig ging, das „Landhaus 113“. Dort wurde später auch eine Dartscheibe installiert, die ich dann auch gerne nutzte. Dort traf sich eine bunt gemischte Theken-Clique, in die ich dann auch relativ schnell integriert wurde. Von der Bank-Filialleiterin über den Apple-Techniker über den Makler war da einiges vertreten, und die meisten auch aus dem Stadtteil.

2004 hat das auch mit dem Bookcrossing angefangen, erst zögerlich, wir hatten einen Zeitungsartikel gelesen, uns dafür interessiert und auch angemeldet. In meiner zurückhaltenden Art hatte ich dann auch erst Barbara zu einem der Meetups geschickt, damit sie feststellte, was das denn für Typen waren, die da in Stuttgart Bücher freilassen. Und nach einiger Zeit wagte ich mich dann auch dazu. Ab da waren die monatlichen Treffen, Meetups genannt, feste Punkte im Kalender, auch hier ein bunt durchgewürfelter Haufen, man traf sich in der Kneipe, der sogenannten OBCZ (Offizielle BookCrossingZone), in der auch ein öffentliches Bücherregal gibt.

In der Großstadt angekommen, hatten wir dann auch irgendwann festgestellt, dass unser Auto eigentlich die meiste Zeit vor der tür stand und nicht mehr bewegt wurde. Barbara fuhr mit dem Bus zur Arbeit, die Kinder gingen zu Fuß zur Schule und zur Kita und ich war auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad Richtung Arbeit unterwegs. Also haben wir es abgeschafft, bei Ebay versteigert und uns bei Stadtmobil, dem Stuttgarter Carsharing-Anbieter, angemeldet. Um einmal in der Woche den Großeinkauf für die fünfköpfige Familie nach Hause zu bringen und ab und zu mal einen Ausflug zu machen, braucht man eigentlich kein eigenes Auto in einer Großstadt mit einem gut ausgebauten ÖPNV. Im Endeffekt ist die Sache auch viel günstiger als ein eigenes Auto, und außerdem konnte man so auch immer das Fahrzeug buchen, das man gerade brauchte, mal einen 5-Sitzer, dann einen Kleinwagen, hin und wieder einen Kleinbus oder auch einen Kastenwagen, um größere Sachen zu transportieren.

Und so verging die Zeit, wir gewöhnten uns langsam an das Großstadt-Leben, die Zeit verging, und schon war wieder ein Jahr vergangen und ein neues angebrochen.

Im Rahmen meiner Arbeit kam ich 2005  ins Fernsehen: Mein Arbeitgeber hatte in Kooperation mit dem Aktivspielplatz Raitelsberg beim KiKa beworben, um einen neuen Stall für die dort stehenden Pferde zu bauen. Und hier kam ich bei einer Aktion, bei der die Kinder den Sand, der aus den Kita-Sandkisten ausgetauscht werden sollte, auf einen Anhänger schafften und der dann zum Aktivspielplatz geschafft wurde.

Mit der ganzen Familie machten wir Urlaub „All Inclusive“ in Tunesien. Ein richtiger Faulenzer-Urlaub mit am Pool oder am Stand liegen, sich von Buffet zu Buffet schleppen, sich bespaßen lassen usw.

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Strand in Tunesien

Und so etablierte man sich in Stuttgart, im Stadtteil, die Familie fand Freunde, ach ja, übrigens, ich hatte dann auch mein erstes Grachmusikoff-Konzert besucht, nachdem ich schon einige Platten von der Gruppe hatte, bot sich im Laboratorium für mich ertmals die Gelegenheit, ein Live-Konzert zu besuchen, und was soll ich sagen, ich war begeistert!

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Grachmusikoff-Konzert im Laboratorium: das begeisterte Publikum

2006 dann ein sehr abwechslungsreiches Jahr. Ich versuche es mehr mit einer Fotodokumentation:

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Mitarbeiter-Fasching: Ich als Fußball-Feld

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Sonnwendfeier vom DAV am Alphaus

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Fußball-WM 2006

Barbara war u. a. beim Holland-Spiel live mit dabei

Kilian und ich hatten Karten für das Skandalspiel Kroatien : Australien bei Obi gewonnen 😉

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BC-SchloGaFrühPi (Bookcrossing-Schloßgarten-Frühstück-Picknick) in Karlsruhe

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Ausflug zum Rotwandhaus

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Der Meister selbst als Bergwanderer

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Bookcrossing-Grillfest bei uns im Garten

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Bookcrossing-Meetup im Landhaus 113

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Bookcrossing-Meetup in Regensburg

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Silvester 2006 auf der Uhlandshöhe

Noch ein Nachtrag: Im Herbst hatten wir unser „neues“ Wohnmobil gekauft, einen Ford Transit Baujahr 1984 mit Alkoven-Aufbau, zugelassen für 5 Personen. Damit hatten wir wohl wieder ein „Auto“, aber ich bin der Meinung, dass das WoMo nicht wirklich zählt 😉

Das Jahr 2007 begann sehr untypisch, wir hatten, zumindest teilweise, einen sehr milden Januar, wenn ich mir die Fotos vom 09.01.2007 ansehe:

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Januar 2007

Ansonsten verlief alles sehr unspektakulär. Im Mai stand für uns allerdings eine Premiere an: Wir besuchten zum ersten Mal ein überregionales Bookcrossingtreffen, und zwar das das deutschsprachige Treffen in Frankfurt. Anreise mit dem Wohnmobil, mit einigenanderen Bookcrossern hatten wir es uns dann auf dem Campingplatz eingerichtet. Es war sehr interessant, einmal die Gesichter und Menschen hinter den teilweise doch sehr seltsamen Nicknames kennenzulernen.

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Die Bookcrossing-Gemeinde beim Frühstück am Campingplatz

Ungefähr einhundert Bücherverrückte hatten sich hier getroffen aus dem deutschsprachigen Raum, um sich und Bücher auszutauschen, um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen, um Frankfurt und Bookcrosser kennenzulernen. An einem Abend hatten wir dann auch eine BC-Disco organisiert von einer Gruppe, die zuvor übers Forum den „Soundtrack of my Youth“ organisiert und als Ring an die Teilnehmer verschickt hatten.

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Selbstorganisierte Bookcrosser-Disco

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Bücher pflastern seinen Weg

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Bücher-Buffet

Als Pauline vor der Einschulung stand, hatten wir uns überlegt, ob nicht ein Vater-Kind-Urlaub schön wäre, so als Abschluß eines Lebensabschnittes. Und so hatten wir seinerzeit eine Woche Urlaub im Familienhotel Lambach im Bayerischen Wald verbracht. Diese Tradition führten wir bei Kilian weiter, und natürlich auch mit Julius verbrachte ich eine Woche in Lambach. Wandern, Baden, Minigolf, Spielen, und immer der Papa mit dabei, und was natürlich an der Glasstraße nicht fehlen darf, die obligatorische Gieskugel selbst blasen 😉

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Julius der Glasbläser

Unser Vermieter meine im Jahr 2007, dass er uns die miete um 30 % erhöhen müsse, und trotz längerer Verhandlungen lies er sich nicht erweichen. Da dadurch die Wohnung nicht mehr zu finanzieren war, suchten wir uns eine neue Wohnung, diesmal verschlu es uns in den Stuttgarter Westen, in die Reinsburgstraße. Wieder eine Erdgeschoßwohnung, allerdings ohne Garten, die Jungs zusammen in einem Zimmer. Altbauwohnung mit drei Meter hohen Decken, finanzierbar und groß genug für uns Fünf. Der einzige Nachteil war, dass nun vier Familienmitglieder mit dem Bus einmal quer durch die Stadt fuhren, um in den Stuttgarter Osten zu kommen, da hier Schule, Hort und Arbeitsstelle waren. Aber die Verbindung war ganz gut.

Ach ja, und nachdem überraschenderweise unsere zweite OBCZ im „Landhaus 113“ geschlossen wurde, suchten wir eine neue Örtlichkeit zum Aufstellen eines Bücherregals und fanden diese im Bistro Astoria, wieder im Stuttgarter Osten. Betreut wurde das Regal durch mich, und hier wurden dann auch monatliche Meetups angesetzt, das bedeutete, dass sich die Stuttgarter Bookcrosser an zwei festgelegten regelmäßigen Terminen trafen. Dafür beneideten uns viele andere Bookcrosser 😉

Und noch eine weitere OBCZ wurde gegründet und von mir betreut: Im Familienzentrum St. Josef konnten wir ein Bücherregal installieren, das hauptsächlich mit Kinder- und Jugendliteratur bestückt wurde.

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Bücherregal im Familienzentrum St. Josef

Sonst wäre nichts spektakuläres zu berichten, alles nur der übliche Familientrott, hier mal ein Bookcrossing-Meetup, dort ein Ausflug …

Und so ging das Jahr 2008 auch weiter.

In Neuötting hatte ein Bookcrosser sich in den Kopf gesetzt, in der tiefsten bayerischen Provinz eine OBCZ aufzumachen. Einen Standort dafür hat er auch ausgemacht und so lud er, so ziemlich als Einzelkämper, die Bookcrossing-Gemeinde zur Einweihung. Und wir kamen aus Stuttgart, Coburg, Nürnberg, Regensburg und einige aus der Region, um die neue OBCZ zu feiern.

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Die OBCZ in Neuötting von außen

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Bücherschwemme in Neuötting

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Der Wirt bringt den OBCZ-Aufkleber an

Auf der Fahrt nach Neuötting habe ich übrigens mein bisher am weitesten gereistes Buch freigelassen, am Hauptbahnhof in München in der Bäckerei-Müller-Filiale:

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Release-Ort meines am weitesten gereisten Buches

Mein amweitesten gereistes Buch

Releast hatte ich es im Rahmen der Handwerker-Challenge, hier mußten Bücher mit einem handwerklichen Bezug an einem Ort mit handwerklichen Bezug freigelassen werden.

Auf jeden Fall kommt man mit Bookcrossing rum. Wir hatten auch das Allgäu-Treffen besucht mit unserem Wohnmobil. Auch hier trafen wir wieder neue Gesichter und natürlich auch schon Bekannte. Solche Treffen sind immer wieder schön, man kann sich austauschen, lernt neue Menschen mit ähnlichen Interessen kennen und nebenbei kommt man auch noch rum 😉

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Neuschwanstein

Etwas Kultur, Besuch einer Käserei, Bücher, Bücher, Bücher, Bücher, Bücher … 😉

Ein weiteres Highlight im Jahre 2008: Wir konnten 5 Tage Urlaub zu Zweit machen, nur Barbara und ich! Die Kinder waren zeitgleich auf verschiedenen Hortfreizeiten unterwegs, so bot sich für uns die Gelegenheit, alleine ein paar schöne Tage zu verbringen. So fuhren wir mit unserem Wohnmobil erst nach Kehlheim, um hier an einem Bookcrossing-Meetup, das zu unseren Ehren stattfand, teilzunehmen. Über Regensburg (Besuch einer OBCZ) und Nürnberg (Meetup in Erlangen) ging es dann wieder nach Hause. Es waren schöne Tage, ohne „Mama – Papa“-Rufe, ein ganz neues Lebensgefühl 😉

Und noch ein Kurzurlaub, diesmal ein Wochenende in Hamburg. Grund: das deutschsprachige Treffen der Bookcrosser 😉 Unserem Wohnmobil wollten wir diese Strecke nicht antun, also fuhren wir mit der Bahn und übernachteten in der Jugendherberge, direkt am Hafen, gleich neben dem Hamburger Weinberg, der von Stuttgart gesponsort wurde.

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Weinberg in Hamburg

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Hambook 2008

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Wohnung im Hamburger Hafen

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Ich beim Bookcrossing-Flashmob

Und dann stand mal wieder ein Umzug an. Auf Dauer ging es uns ganz schön auf die Nerven, dass vier Leute wirklich jeden Tag durch die halbe Stadt gondelten, um in Schule und Arbeit zu kommen. Und so fand sich eher durch Zufall, also nicht dass wir gesucht hätten, wieder im Stuttgarter Osten eine Wohnung, bezahlbar, mit futem Anschluß an den ÖPNV, mit Blick auf den Schloßgarten, diesmal allerdings im fünften Stock. Das war natürlich eine Umstellung, wenn alles, was fünf Personen so brauchen, da hoch gebracht werden muß. Aber was tut man nicht alles 😉

Den Somerurlaub verbrachten wir dann in Deutschland, ein Europa-Park-Besuch stand an und den Rest des Urlaubs verbrachten wir dann in Lichtenfels am Campingplatz. Also richtig erholsam und ruhig.

Zum Ende des Jahres kam dann der Hammer: Mir wurde wegen Umstrukturierungsmaßnahmen gekündigt. Da denkst Du Dir: Jetzt läuft alles gut, Barbara und ich hatten gute Arbeitsstellen, die Kinder einigermaßen wohlgeraten, es kehrt Ruhe ein, und dann so etwas. Das hieß dann also wieder: Bewerbungen schreiben, Vorstellungsgespräche, Ungewißheit, Arbeitsamttermine …

Und ein neues Jahr begann:2009. Was würde es wohl bringen, mit der drohenden Arbeitslosigkeit ab dem 1. April? Gut sah das nicht aus, ich schrieb wohl Bewerbungen am laufenden Band, aber die Quote der positiven Rückmeldungen war nicht berauschend. Und so wurde die Ungewißheit immer drückender.

Fünf Bewerbungen in der Woche forderte die Sachbearbeiterin im Arbeitsamt. Nebenbei Vollzeit-CAD-Kurs, um hier Defizite zu beseitigen. Schreinermeister ohne CAD-Kenntisse – unmöglich. Ich versuchte, erst einmal im Großraum Stuttgart wieder eine Stelle zu bekommen, und so beschränkte ich mich natürlich auch auf dieses Gebiet mit Bewerbungen. Aber irgendwann war hier das Angebot ausgereizt, und ich hatte  die Idee, mich mal im Bereich Nürnberg, Barbaras heimlicher Liebe, umzusehen. Und tatsächlich, hier gab es auch Stellen. Also nachgefragt, ob Barbara etwas dagegen hätte, wenn ich mich da mal auf die Stelle bei der Stadt Nürnberg bewerben würde, die suchen gerade einen Schreinermeister, irgend etwas mit Spielplätzen. OK, warum nicht, Nürnberg wäre schon schön. Also Bewerbung losgeschickt, irgendwann kam dann ein Brief, Einladung zum Vorstellungsgespräch, kommen sie dann und dann um Uhr da und da hin zum Vorstellungsgespräch. Was mich da allerdings erwartete, hatte ich in meinen schlimmsten Alpträumen nicht erahnt. Eine mehrköpfige Kommission, ich glaube, es waren so sieben Personen, saßen da um den Tisch, ich an die Stirnseite, und dann gings los. Was würden Sie machen, wenn …? Wie bewerten Sie diese Situation …? Ihr Mitarbeiter hat …? Puh, das war mein schlimmstes Vorstellungsgespräch, das ich bis dahin hatte. „Sie können uns morgen ab 8 Uhr anrufen, wir teilen Ihnen dann den Sachstand mit.“ Nach dem Gespräch wußte ich wirklich nicht, woran ich bin. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich diese Arbeitsstelle bekommen würde. So ging ich am nächsten Tag wieder zu meinem CAD-Kurs, und rief dann um 8 im Personalamt an, um zu erfahren, was Sache ist. Und da sagte der Sachbearbeiter: „Herr Mayer, Sie sind unsere erste Wahl. Bitte teilen Sie uns kurzfristig mit, ob Sie die Stelle annehmen wollen.“ Wahnsinn, ein solches Glücksgefühl hatte ich bisher selten, aus 120 Bewerbern wurde ich als die erste Wahl genommen!

Und so entschieden wir uns im Familienrat, dass ich die Stelle annehmen würde. Wieder eine Perspektive, ein Neubeginn … Ich im Öffentlichen Dienst … Allerdings: Am Anfang wieder getrennt, Wochenendheimfahrer, Barbara stemmt das Familienleben wieder alleine, wie seinerzeit schon einmal in meiner Weißenhorner Zeit und danach im Prinzip auch bei meiner Pendlerei von Weißenhorn nach Stuttgart. Aber das wird schon …

Und so konnte ich, bevor ich zum großen deutschsprachigen Bookcrossing-Treffen nach Wien fuhr, in Nürnberg meinen Vertrag unterschreiben. Und dann, ab nach wien mit dem Wohnmobil und den beiden Jungs. Die Mädels hatten sich einen Billigflug genommen und wir hatten vereinbart, uns in Wien zu treffen.

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Buch Schaden

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Thomas Leuchten in der Barbaragasse 😉

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Ein Themen-Release 😉

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Wien

Im Vorfeld rief meine Mutter mal an und teilte mir mit, dass sie und mein Vater zu meinem Geburtstag verreist währen. Da sagte ich dann, dass wir das auch wären. Wo sie denn hinfahren würden. Und da stellte sich heraus, dass wir dann alle in Wien sind, und so konnten wir gemeinsam in Wien meinen Geburtstag feiern, was wir dann auch bei einem leckeren Essen im Prater machten.

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Die Geburtstagsüberraschung der Bookcrosser

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Bücher in Wien

Und danach zog ich erst einmal in ein möbliertes Zimmer in Nürnberg, nicht weit von meiner Arbeitsstelle entfernt und wurde zum „Spielplatz-Meister“ der Stadt Nürnberg. Und dann stellte dich die Frage, wie es weitergehen sollte mit der Familie Mayer: Umzug in den Sommerferien mit dem Risiko, die Probezeit nicht zu bestehen und in Nürnberg arbeitslos zu sein, allerdings mit dem Vorteil, dass die Kinder zum Schuljahres-Anfang in einer neuen Schule starten könnten, oder warten, bis die Probezeit mit Erfolg bestanden ist und dann mitten im Schuljahr umzuziehen. Wir entschieden uns für Variante 1. Also: Wohnungssuche. Wie soll das gehen, die Familie in Stuttgart, ich in Nürnberg, die meisten Besichtigungstermine unter der Woche? Das Internet machts möglich: Ich besichtigte die Wohnungen, die mir teilweise Barbara in Stuttgart aussuchte und per Mail zukommen lies, ich ging mit der Digitalkamera zur Wohnungsbesichtigung, skizzierte einen Grundriß, wenn noch keiner verfügbar war, machte Bilder von der Wohnung und schickte Barbara den Link zu den Bildern, und so fanden wir dann auch die Wohnung, in der wir jetzt sind 😉

Und danach? – Also wirklich jetzt? Das gibt es hier