Das Jetzt (bis 2010)

Was kommt nach der Jugend? Wie lange zählt man zur Jugend? Ein Spruch besagt: Man ist so alt, wie man sich fühlt. Das allerdings ist unterschiedlich 😉

Ich würde mal sagen, die Zeit nach der Hochzeit, nach dem Kinderkriegen, diese blenden wir hier mal aus, das lassen wir bei der Familie. In der Zeit der Selbständigkeit gab es neben Familie, Firma, Hausbauen eigentlich nicht viel, das hier erwähnenswert wäre. Gut, man war einige Male im Urlaub (USA, Tunesien, Italien, Deutschland), hat auch einiges erlebt, das würde ich allerdings wirklich unter der Rubrik Familie belassen.

Hier werde ich mal die Zeit ab Stuttgart (also ab 2004) dokumentieren, beschreiben, Gedanken dazu fassen.

Angefangen hat die Stuttgarter Zeit für mich Mitte 2003 mit Aufnahme der Arbeit als Technischer Leiter bei der St. Josef gGmbH im Stuttgarter Osten. Nachdem ich mich dort scheinbar anständig aufgeführt hatte, wurde ich auch nach der Probezeit übernommen. Dies war zum Glück schon länger vor Ende der Probezeit klar und so konnten wir kurz von Weihnachten 2003 in unsere frisch renovierte, von meinem Arbeitgeber vermittelte Wohnung in der Urachstraße einziehen. Ein Weihnachten in einer Wohnung, das an bewohnbaren Räumen ein Wohnzimmer und eine Küche hatte, die anderen Zimmer waren noch eindeutig Einzugszimmer, wobei Paulines Zimmer noch keinen Bodenbelag hatte, dieser war noch nicht geliefert worden, und in Kilians Zimmer hatte sich der Teppich gewellt, da der Bodenbelag zu frisch auf den gespachtelten Boden gelegt wurde.

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Weihnachtskarte (allerdings noch in Weißenhorn entstanden)

Trotz der widrigen Umstände war es ein schönes Weihnachten, weg von diesem seltsamen Weißenhorn, angekommen in der Großstadt, mitten in einem Stadtteil, der unterschiedlicher nicht sein konnte. Zwischen der antroposophischen Uhlandshöhe mit den protzigen Villen hinunter in die alte Gasarbeitersiedlung, mit hoher Hartz IV-Dichte, hoher Arbeitslosigkeit, hohem Migrantenanteil … Und als Neu-Stuttgarter wir mittendrin, in einer Erdgeschoßwohnung mit Garten, meine Arbeitsstelle und Julius Kindergarten fußläufig zu erreichen, die Grundschule in Sichtweite, mit der U-Bahn vier Stationen bis zum Hauptbahnhof. Durch meine Arbeit im Kinderzentrum hatte ich das Glück und die Beziehungen, dass die Kinder nicht auf der Warteliste versauerten, sondern ich vorrangig Kita- und Hortplätze für den Nachwuchs bekam 😉

Gleich um die Ecke hatte ich dann nach einiger Zeit auch eine Kneipe gefunden, in die ich dann auch regelmäßig ging, das „Landhaus 113“. Dort wurde später auch eine Dartscheibe installiert, die ich dann auch gerne nutzte. Dort traf sich eine bunt gemischte Theken-Clique, in die ich dann auch relativ schnell integriert wurde. Von der Bank-Filialleiterin über den Apple-Techniker über den Makler war da einiges vertreten, und die meisten auch aus dem Stadtteil.

2004 hat das auch mit dem Bookcrossing angefangen, erst zögerlich, wir hatten einen Zeitungsartikel gelesen, uns dafür interessiert und auch angemeldet. In meiner zurückhaltenden Art hatte ich dann auch erst Barbara zu einem der Meetups geschickt, damit sie feststellte, was das denn für Typen waren, die da in Stuttgart Bücher freilassen. Und nach einiger Zeit wagte ich mich dann auch dazu. Ab da waren die monatlichen Treffen, Meetups genannt, feste Punkte im Kalender, auch hier ein bunt durchgewürfelter Haufen, man traf sich in der Kneipe, der sogenannten OBCZ (Offizielle BookCrossingZone), in der auch ein öffentliches Bücherregal gibt.

In der Großstadt angekommen, hatten wir dann auch irgendwann festgestellt, dass unser Auto eigentlich die meiste Zeit vor der tür stand und nicht mehr bewegt wurde. Barbara fuhr mit dem Bus zur Arbeit, die Kinder gingen zu Fuß zur Schule und zur Kita und ich war auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad Richtung Arbeit unterwegs. Also haben wir es abgeschafft, bei Ebay versteigert und uns bei Stadtmobil, dem Stuttgarter Carsharing-Anbieter, angemeldet. Um einmal in der Woche den Großeinkauf für die fünfköpfige Familie nach Hause zu bringen und ab und zu mal einen Ausflug zu machen, braucht man eigentlich kein eigenes Auto in einer Großstadt mit einem gut ausgebauten ÖPNV. Im Endeffekt ist die Sache auch viel günstiger als ein eigenes Auto, und außerdem konnte man so auch immer das Fahrzeug buchen, das man gerade brauchte, mal einen 5-Sitzer, dann einen Kleinwagen, hin und wieder einen Kleinbus oder auch einen Kastenwagen, um größere Sachen zu transportieren.

Und so verging die Zeit, wir gewöhnten uns langsam an das Großstadt-Leben, die Zeit verging, und schon war wieder ein Jahr vergangen und ein neues angebrochen.

Im Rahmen meiner Arbeit kam ich 2005  ins Fernsehen: Mein Arbeitgeber hatte in Kooperation mit dem Aktivspielplatz Raitelsberg beim KiKa beworben, um einen neuen Stall für die dort stehenden Pferde zu bauen. Und hier kam ich bei einer Aktion, bei der die Kinder den Sand, der aus den Kita-Sandkisten ausgetauscht werden sollte, auf einen Anhänger schafften und der dann zum Aktivspielplatz geschafft wurde.

Mit der ganzen Familie machten wir Urlaub „All Inclusive“ in Tunesien. Ein richtiger Faulenzer-Urlaub mit am Pool oder am Stand liegen, sich von Buffet zu Buffet schleppen, sich bespaßen lassen usw.

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Strand in Tunesien

Und so etablierte man sich in Stuttgart, im Stadtteil, die Familie fand Freunde, ach ja, übrigens, ich hatte dann auch mein erstes Grachmusikoff-Konzert besucht, nachdem ich schon einige Platten von der Gruppe hatte, bot sich im Laboratorium für mich ertmals die Gelegenheit, ein Live-Konzert zu besuchen, und was soll ich sagen, ich war begeistert!

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Grachmusikoff-Konzert im Laboratorium: das begeisterte Publikum

2006 dann ein sehr abwechslungsreiches Jahr. Ich versuche es mehr mit einer Fotodokumentation:

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Mitarbeiter-Fasching: Ich als Fußball-Feld

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Sonnwendfeier vom DAV am Alphaus

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Fußball-WM 2006

Barbara war u. a. beim Holland-Spiel live mit dabei

Kilian und ich hatten Karten für das Skandalspiel Kroatien : Australien bei Obi gewonnen 😉

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BC-SchloGaFrühPi (Bookcrossing-Schloßgarten-Frühstück-Picknick) in Karlsruhe

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Ausflug zum Rotwandhaus

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Der Meister selbst als Bergwanderer

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Bookcrossing-Grillfest bei uns im Garten

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Bookcrossing-Meetup im Landhaus 113

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Bookcrossing-Meetup in Regensburg

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Silvester 2006 auf der Uhlandshöhe

Noch ein Nachtrag: Im Herbst hatten wir unser „neues“ Wohnmobil gekauft, einen Ford Transit Baujahr 1984 mit Alkoven-Aufbau, zugelassen für 5 Personen. Damit hatten wir wohl wieder ein „Auto“, aber ich bin der Meinung, dass das WoMo nicht wirklich zählt 😉

Das Jahr 2007 begann sehr untypisch, wir hatten, zumindest teilweise, einen sehr milden Januar, wenn ich mir die Fotos vom 09.01.2007 ansehe:

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Januar 2007

Ansonsten verlief alles sehr unspektakulär. Im Mai stand für uns allerdings eine Premiere an: Wir besuchten zum ersten Mal ein überregionales Bookcrossingtreffen, und zwar das das deutschsprachige Treffen in Frankfurt. Anreise mit dem Wohnmobil, mit einigenanderen Bookcrossern hatten wir es uns dann auf dem Campingplatz eingerichtet. Es war sehr interessant, einmal die Gesichter und Menschen hinter den teilweise doch sehr seltsamen Nicknames kennenzulernen.

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Die Bookcrossing-Gemeinde beim Frühstück am Campingplatz

Ungefähr einhundert Bücherverrückte hatten sich hier getroffen aus dem deutschsprachigen Raum, um sich und Bücher auszutauschen, um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen, um Frankfurt und Bookcrosser kennenzulernen. An einem Abend hatten wir dann auch eine BC-Disco organisiert von einer Gruppe, die zuvor übers Forum den „Soundtrack of my Youth“ organisiert und als Ring an die Teilnehmer verschickt hatten.

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Selbstorganisierte Bookcrosser-Disco

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Bücher pflastern seinen Weg

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Bücher-Buffet

Als Pauline vor der Einschulung stand, hatten wir uns überlegt, ob nicht ein Vater-Kind-Urlaub schön wäre, so als Abschluß eines Lebensabschnittes. Und so hatten wir seinerzeit eine Woche Urlaub im Familienhotel Lambach im Bayerischen Wald verbracht. Diese Tradition führten wir bei Kilian weiter, und natürlich auch mit Julius verbrachte ich eine Woche in Lambach. Wandern, Baden, Minigolf, Spielen, und immer der Papa mit dabei, und was natürlich an der Glasstraße nicht fehlen darf, die obligatorische Gieskugel selbst blasen 😉

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Julius der Glasbläser

Unser Vermieter meine im Jahr 2007, dass er uns die miete um 30 % erhöhen müsse, und trotz längerer Verhandlungen lies er sich nicht erweichen. Da dadurch die Wohnung nicht mehr zu finanzieren war, suchten wir uns eine neue Wohnung, diesmal verschlu es uns in den Stuttgarter Westen, in die Reinsburgstraße. Wieder eine Erdgeschoßwohnung, allerdings ohne Garten, die Jungs zusammen in einem Zimmer. Altbauwohnung mit drei Meter hohen Decken, finanzierbar und groß genug für uns Fünf. Der einzige Nachteil war, dass nun vier Familienmitglieder mit dem Bus einmal quer durch die Stadt fuhren, um in den Stuttgarter Osten zu kommen, da hier Schule, Hort und Arbeitsstelle waren. Aber die Verbindung war ganz gut.

Ach ja, und nachdem überraschenderweise unsere zweite OBCZ im „Landhaus 113“ geschlossen wurde, suchten wir eine neue Örtlichkeit zum Aufstellen eines Bücherregals und fanden diese im Bistro Astoria, wieder im Stuttgarter Osten. Betreut wurde das Regal durch mich, und hier wurden dann auch monatliche Meetups angesetzt, das bedeutete, dass sich die Stuttgarter Bookcrosser an zwei festgelegten regelmäßigen Terminen trafen. Dafür beneideten uns viele andere Bookcrosser 😉

Und noch eine weitere OBCZ wurde gegründet und von mir betreut: Im Familienzentrum St. Josef konnten wir ein Bücherregal installieren, das hauptsächlich mit Kinder- und Jugendliteratur bestückt wurde.

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Bücherregal im Familienzentrum St. Josef

Sonst wäre nichts spektakuläres zu berichten, alles nur der übliche Familientrott, hier mal ein Bookcrossing-Meetup, dort ein Ausflug …

Und so ging das Jahr 2008 auch weiter.

In Neuötting hatte ein Bookcrosser sich in den Kopf gesetzt, in der tiefsten bayerischen Provinz eine OBCZ aufzumachen. Einen Standort dafür hat er auch ausgemacht und so lud er, so ziemlich als Einzelkämper, die Bookcrossing-Gemeinde zur Einweihung. Und wir kamen aus Stuttgart, Coburg, Nürnberg, Regensburg und einige aus der Region, um die neue OBCZ zu feiern.

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Die OBCZ in Neuötting von außen

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Bücherschwemme in Neuötting

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Der Wirt bringt den OBCZ-Aufkleber an

Auf der Fahrt nach Neuötting habe ich übrigens mein bisher am weitesten gereistes Buch freigelassen, am Hauptbahnhof in München in der Bäckerei-Müller-Filiale:

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Release-Ort meines am weitesten gereisten Buches

Mein amweitesten gereistes Buch

Releast hatte ich es im Rahmen der Handwerker-Challenge, hier mußten Bücher mit einem handwerklichen Bezug an einem Ort mit handwerklichen Bezug freigelassen werden.

Auf jeden Fall kommt man mit Bookcrossing rum. Wir hatten auch das Allgäu-Treffen besucht mit unserem Wohnmobil. Auch hier trafen wir wieder neue Gesichter und natürlich auch schon Bekannte. Solche Treffen sind immer wieder schön, man kann sich austauschen, lernt neue Menschen mit ähnlichen Interessen kennen und nebenbei kommt man auch noch rum 😉

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Neuschwanstein

Etwas Kultur, Besuch einer Käserei, Bücher, Bücher, Bücher, Bücher, Bücher … 😉

Ein weiteres Highlight im Jahre 2008: Wir konnten 5 Tage Urlaub zu Zweit machen, nur Barbara und ich! Die Kinder waren zeitgleich auf verschiedenen Hortfreizeiten unterwegs, so bot sich für uns die Gelegenheit, alleine ein paar schöne Tage zu verbringen. So fuhren wir mit unserem Wohnmobil erst nach Kehlheim, um hier an einem Bookcrossing-Meetup, das zu unseren Ehren stattfand, teilzunehmen. Über Regensburg (Besuch einer OBCZ) und Nürnberg (Meetup in Erlangen) ging es dann wieder nach Hause. Es waren schöne Tage, ohne „Mama – Papa“-Rufe, ein ganz neues Lebensgefühl 😉

Und noch ein Kurzurlaub, diesmal ein Wochenende in Hamburg. Grund: das deutschsprachige Treffen der Bookcrosser 😉 Unserem Wohnmobil wollten wir diese Strecke nicht antun, also fuhren wir mit der Bahn und übernachteten in der Jugendherberge, direkt am Hafen, gleich neben dem Hamburger Weinberg, der von Stuttgart gesponsort wurde.

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Weinberg in Hamburg

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Hambook 2008

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Wohnung im Hamburger Hafen

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Ich beim Bookcrossing-Flashmob

Und dann stand mal wieder ein Umzug an. Auf Dauer ging es uns ganz schön auf die Nerven, dass vier Leute wirklich jeden Tag durch die halbe Stadt gondelten, um in Schule und Arbeit zu kommen. Und so fand sich eher durch Zufall, also nicht dass wir gesucht hätten, wieder im Stuttgarter Osten eine Wohnung, bezahlbar, mit futem Anschluß an den ÖPNV, mit Blick auf den Schloßgarten, diesmal allerdings im fünften Stock. Das war natürlich eine Umstellung, wenn alles, was fünf Personen so brauchen, da hoch gebracht werden muß. Aber was tut man nicht alles 😉

Den Somerurlaub verbrachten wir dann in Deutschland, ein Europa-Park-Besuch stand an und den Rest des Urlaubs verbrachten wir dann in Lichtenfels am Campingplatz. Also richtig erholsam und ruhig.

Zum Ende des Jahres kam dann der Hammer: Mir wurde wegen Umstrukturierungsmaßnahmen gekündigt. Da denkst Du Dir: Jetzt läuft alles gut, Barbara und ich hatten gute Arbeitsstellen, die Kinder einigermaßen wohlgeraten, es kehrt Ruhe ein, und dann so etwas. Das hieß dann also wieder: Bewerbungen schreiben, Vorstellungsgespräche, Ungewißheit, Arbeitsamttermine …

Und ein neues Jahr begann:2009. Was würde es wohl bringen, mit der drohenden Arbeitslosigkeit ab dem 1. April? Gut sah das nicht aus, ich schrieb wohl Bewerbungen am laufenden Band, aber die Quote der positiven Rückmeldungen war nicht berauschend. Und so wurde die Ungewißheit immer drückender.

Fünf Bewerbungen in der Woche forderte die Sachbearbeiterin im Arbeitsamt. Nebenbei Vollzeit-CAD-Kurs, um hier Defizite zu beseitigen. Schreinermeister ohne CAD-Kenntisse – unmöglich. Ich versuchte, erst einmal im Großraum Stuttgart wieder eine Stelle zu bekommen, und so beschränkte ich mich natürlich auch auf dieses Gebiet mit Bewerbungen. Aber irgendwann war hier das Angebot ausgereizt, und ich hatte  die Idee, mich mal im Bereich Nürnberg, Barbaras heimlicher Liebe, umzusehen. Und tatsächlich, hier gab es auch Stellen. Also nachgefragt, ob Barbara etwas dagegen hätte, wenn ich mich da mal auf die Stelle bei der Stadt Nürnberg bewerben würde, die suchen gerade einen Schreinermeister, irgend etwas mit Spielplätzen. OK, warum nicht, Nürnberg wäre schon schön. Also Bewerbung losgeschickt, irgendwann kam dann ein Brief, Einladung zum Vorstellungsgespräch, kommen sie dann und dann um Uhr da und da hin zum Vorstellungsgespräch. Was mich da allerdings erwartete, hatte ich in meinen schlimmsten Alpträumen nicht erahnt. Eine mehrköpfige Kommission, ich glaube, es waren so sieben Personen, saßen da um den Tisch, ich an die Stirnseite, und dann gings los. Was würden Sie machen, wenn …? Wie bewerten Sie diese Situation …? Ihr Mitarbeiter hat …? Puh, das war mein schlimmstes Vorstellungsgespräch, das ich bis dahin hatte. „Sie können uns morgen ab 8 Uhr anrufen, wir teilen Ihnen dann den Sachstand mit.“ Nach dem Gespräch wußte ich wirklich nicht, woran ich bin. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich diese Arbeitsstelle bekommen würde. So ging ich am nächsten Tag wieder zu meinem CAD-Kurs, und rief dann um 8 im Personalamt an, um zu erfahren, was Sache ist. Und da sagte der Sachbearbeiter: „Herr Mayer, Sie sind unsere erste Wahl. Bitte teilen Sie uns kurzfristig mit, ob Sie die Stelle annehmen wollen.“ Wahnsinn, ein solches Glücksgefühl hatte ich bisher selten, aus 120 Bewerbern wurde ich als die erste Wahl genommen!

Und so entschieden wir uns im Familienrat, dass ich die Stelle annehmen würde. Wieder eine Perspektive, ein Neubeginn … Ich im Öffentlichen Dienst … Allerdings: Am Anfang wieder getrennt, Wochenendheimfahrer, Barbara stemmt das Familienleben wieder alleine, wie seinerzeit schon einmal in meiner Weißenhorner Zeit und danach im Prinzip auch bei meiner Pendlerei von Weißenhorn nach Stuttgart. Aber das wird schon …

Und so konnte ich, bevor ich zum großen deutschsprachigen Bookcrossing-Treffen nach Wien fuhr, in Nürnberg meinen Vertrag unterschreiben. Und dann, ab nach wien mit dem Wohnmobil und den beiden Jungs. Die Mädels hatten sich einen Billigflug genommen und wir hatten vereinbart, uns in Wien zu treffen.

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Buch Schaden

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Thomas Leuchten in der Barbaragasse 😉

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Ein Themen-Release 😉

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Wien

Im Vorfeld rief meine Mutter mal an und teilte mir mit, dass sie und mein Vater zu meinem Geburtstag verreist währen. Da sagte ich dann, dass wir das auch wären. Wo sie denn hinfahren würden. Und da stellte sich heraus, dass wir dann alle in Wien sind, und so konnten wir gemeinsam in Wien meinen Geburtstag feiern, was wir dann auch bei einem leckeren Essen im Prater machten.

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Die Geburtstagsüberraschung der Bookcrosser

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Bücher in Wien

Und danach zog ich erst einmal in ein möbliertes Zimmer in Nürnberg, nicht weit von meiner Arbeitsstelle entfernt und wurde zum „Spielplatz-Meister“ der Stadt Nürnberg. Und dann stellte dich die Frage, wie es weitergehen sollte mit der Familie Mayer: Umzug in den Sommerferien mit dem Risiko, die Probezeit nicht zu bestehen und in Nürnberg arbeitslos zu sein, allerdings mit dem Vorteil, dass die Kinder zum Schuljahres-Anfang in einer neuen Schule starten könnten, oder warten, bis die Probezeit mit Erfolg bestanden ist und dann mitten im Schuljahr umzuziehen. Wir entschieden uns für Variante 1. Also: Wohnungssuche. Wie soll das gehen, die Familie in Stuttgart, ich in Nürnberg, die meisten Besichtigungstermine unter der Woche? Das Internet machts möglich: Ich besichtigte die Wohnungen, die mir teilweise Barbara in Stuttgart aussuchte und per Mail zukommen lies, ich ging mit der Digitalkamera zur Wohnungsbesichtigung, skizzierte einen Grundriß, wenn noch keiner verfügbar war, machte Bilder von der Wohnung und schickte Barbara den Link zu den Bildern, und so fanden wir dann auch die Wohnung, in der wir jetzt sind 😉

Und danach? – Also wirklich jetzt? Das gibt es hier

Die Arbeit

Irgendwann muß man sich die Frage stellen, was für einen Beruf man denn eigentlich ergreifen will. So auch ich. Es war einmal Bäcker und Konditor im Gespräch, aber als man mir sagte, welche Arbeitszeiten beim Bäcker anstehen, suchte ich mir etwas anderes. Da wir zuhause eine Schreinerei hatten, war das dann auch das Naheliegendste und so begann ich nach der Mittleren Reife 1983 mine Lehre als Schreiner, Zuerst das BGJ, wieder Schule. Von der ganzen Klasse wohnte ich am nächsten zur Schule, teilweise kamen die Mitschüler aus Nördlingen oder noch weiter, aber ich war glaube ich der Einzige, der regelmäßig zu spät kam 😉 Sonst kann ich mich in Bezug ans BGJ nur an Unwesentliches erinnern: da war eine Prüfung, die wir geschrieben haben. Hier waren die Schüler der beiden BGJ-Klassen alphabethisch geordnet an den Eingängen zu zwei Klassenzimmern angeschrieben, wer in welches gehen sollte zum Schreiben der Prüfung. Irgendwie war scheinbar bei meinem Namen gerade die Trennung der beiden Gruppen und so wurde mein Name auf keiner der Listen aufgeführt. Ich wollte schon wieder gehen, da sagte man zu mir, dass sie doch noch ein Plätzchen für mich hätten.

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Praktische Prüfung BGJ

Die Ausbildung absolvierte ich dann in der Schreinerei meines Vaters, habe viel gelernt und dann auch die Gesellenprüfung gemacht.

Anschließend dann 20 Monate Zivildienst in der „Wekstatt für Behinderte der Lebenshilfe“ in Nördlingen. Das war auch eine gute Zeit, eigentlich zum ersten Mal richtig von Zuhause weg, unter der Woche in der Ziviwohnung in Nördlingen, eine Zwei-Mann-WG. In einer Druckerei, wo immer wieder Sachen zum Konfektionieren abzuholen waren, wurde ich als „Drückeberger“ und „Vaterlandsverräter“ tituliert, das war der Gleiche, der dann auch die Grünen „am Sack aufhängen“ wollte. Auf jeden Fall habe ich diese Zeit als prägend empfunden und will sie auch nicht missen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen, die Feierabend-Biere, die man zusammen getrunken hat …

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Zivi bei der Arbeit

Dann ging es normal weiter als Geselle in der väterlichen Schreinerei, Möbelbau, Fenster, Türen, Boden legen, Holzdecken montieren, Restaurierungsarbeiten, das volle Programm und immer wieder etwas anderes. Ind dieser Zeit habe ich dann auch im alten Wohnhaus meiner Familie den Dachdoden ausgebaut, erst komplett entkernt und dann alles neu aufgebaut. Meine eigene Drei-Zimmer-Wohnung.

Irgendwann stellte sich dann die Frage, wie es weitergeht, beruflich. Mein ältester Bruder hatte wohl auch Schreiner gelernt, dann aber festgestellt, dass das nicht sein Ding war und umgesattelt auf Erzieher. Also was wird dann aus der elterlichen Schreinerei? Dann mache ich das eben. Gesagt, getan. Meisterschulen gesucht, mich bei mehreren beworben. Die erste, die dann einen Platz frei hatte für mich, war die Meisterschule in Ebern. 3 Semester Vollzeit in Unterfranken. Ein feine, kleine Meisterschule mit maximal 66 Schülern, einer sehr gut ausgestatteten Werkstatt, Computerraum, Zeichensaal, usw. Da habe ich dann auch noch einen Platz im angegliederten Wohnheim bekommen und zog also für 1 1/2 Jahre nach Unterfranken. Eine schöne Zeit, eine kreative Zeit, eine fruchtbare Zeit … Man konnte alle Einrichtungen der Schule nach Unterrichtsschluß nutzen, das heißt, in den PC-Raum oder in die Werkstatt, um für sich etwas zu machen, etwas auszuprobieren, zu „spinnen“, wie unser Schulleiter immer so schön sagte. Ich habe diese Zeit sehr genossen, und ich möchte diese Zeit auch nicht missen.

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Freihand-Zeichnen

1994 dann habe ich die Meisterprüfung abgelegt und dann noch 1/2 Jahr in der Schreinerei meines Vaters als Meister gearbeitet. In der Zeit habe ich den Computer im Büro eingeführt, um die Buchhaltung zu machen, Angebote und Rechnungen zu schreiben usw. Dis dahin wurden die schriftlichen Sachen auf der Schreibmaschine geschrieben und meine Mutter machte die Buchführung mit der „Taylorix-Durchschreibe-Buchführung“.

Zum 1. Januar 1995 habe ich dann die Schreinerei meines Vaters übernommen. Mit Gesellen, Lehrling und meinen Eltern als Teilzeitkräfte. Sieben Jahre war ich selbständig, habe biologische Oberflächenbehandung eingeführt, schöne Projekte durchgezogen, und zum Schluß viel Geld und meine ganze Existenz verloren. Aber wenn ich jetzt so zurückblicke, bin ich nicht traurig über das, was ich verloren habe, sondern stolz auf das, was ich geschafft habe.

Also zum Ende des Jahres 2002 die Schreinerei dicht gemacht, Insolvenz angemeldet und auf Arbeitssuche gemacht. Ein Möbelhaus in der Nähe von Ulm wollte mich dann als Meister, der sowohl im Möbelhaus als auch in der hauseigenen Schreinerei agiert. Auf Dauer wäre das keine Arbeit für mich gewesen, da kam es einerseits ganz recht, dass mich der Chef rausgeworfen hat, andererseits war es blöd, ich hatte ja eine Familie zu ernähren.

Also wieder Bewerbungen schreiben, und auf einmal wollten mich gleich zwei. Zur Wahl stand der Job an der Plattensäge in einem Baumarkt in Neu-Ulm oder der Job als Technischer Leiter einer größeren Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Stuttgart. Dann eben Stuttgart. 6 Monate pendeln zwischen Stuttgart und Ulm, jeden Tag 3 1/2 Stunden unterwegs zur normalen Arbeitszeit. Aber auch diese Zeit haben wir überstanden und sind dann in den Stuttgarter Osten gezogen. Eine interessante Arbeit, abwechslungsreich, relativ freie Zeiteinteilung, gute Bezahlung. Nach knapp sechs Jahren dann allerdings Opfer von Umstrukturierungsmaßnahmen geworden, die Stelle wurde wegrationalisiert und so stand ich im Jahr 2009 mal wieder auf der Straße.

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Nach vielen Bewerbungen und einigen Bewerbungsgesprächen im Raum Stuttgart habe ich mich dann spaßeshalber mal in Nürnberg umgesehen, der Lieblingsstadt von Barbara. Und auch eine Stellenausschreibung gefunden. Bei der Stadt. Als Meister. Irgendwas mit Spielplätzen. Also Bewerbung geschrieben und auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Das war glaube ich das schlimmste Vorstellungsgespräch, das ich bis dahin geführt hatte. Eine Kommission aus ich glaube sieben Leuten saß da und stellte Fragen, sie notierten irgendetwas und als ich da rauskam, wußte ich wirklich nicht, woran ich nun war. Ich würde am nächsten Tag Bescheid bekommen, ich solle im Personalamt anrufen. Also am nächsten Tag Punkt acht Uhr angerufen und: Ich war die erste Wahl. Wahnsinn. Von 120 Bewerbern die Stelle „gewonnen“. Aber: wieder Pendler, Wochenend-Papa, getrennt von der Familie.

Der Familienrat hat beschlossen, dass die Stelle genommen wird, die Zeit wird schon rumgehen mit dem Pendeln …

Also die Stelle angetreten, und nun bin ich in Nürnberg zuständig für die Sicherheitskontrollen der öffentlichen Spielplätze und der Spielgeräte in den städtischen Kindergärten und Schulen. Die Arbeit macht Spaß, ist abwechslungsreich und ich kann rein dienstlich auf Spielplätze gehen 😉

Update 05/2015:

Jetzt werden es nächsten Monat sechs Jahre, dass ich diese Arbeit mache. Es gibt eigentlich keinen Tag, der dem anderen gleicht, es ist sehr abwechslungsreich und interessant. Es gibt wohl viele Probleme, die zu lösen sind, aber irgendwie bekommen wir das immer wieder hin.

Anfang des Jahres ist überraschend mein Chef seinem Krebsleiden erlegen, was in der Abteilung natürlich ein großes Loch gerissen hat. Er hatte sich von Anfang an mit dem Thema Spielplatzsicherheit in Nürnberg beschäftigt und die Abteilung aufgebaut und zu dem gemacht, was sie jetzt ist. Er war ein gefragter Fachmann im In- und umliegenden Ausland und konnte aus einem reichen Erfahrungsschatz berichten. Mit ihm sind die Nürnberger Spielplätze zu den unfallärmsten und sichersten in Deutschland geworden.

Ich meinerseits beschäftige mich derzeit verstärkt mit SAP, da in einem Pilotprojekt versucht wird, die gesamte Arbeit des Spielplatz-Unterhalts mittels SAP zu bearbeiten. also von der Verwaltung der Spielplätze, Kontrolle, Dokumentation, Beauftragung von Reparaturen usw. Ob das etwas wird, wird sich noch herausstellen.

Die Familie

Im Jahr 1993, ich war gerade auf der Meisterschule, heiratete mein Bruder Peter seine damalige Freundin Marita. Ich als Bruder wurde natürlich eingeladen und so lernte ich bei der Party die ehemalige Arbeitskollegin von Marita, Barbara, kennen. Irgendwie verstanden wir uns von Anfang an und so entwickelten wir uns zu einem Pärchen. Sie war gerade noch auf der Meisterschule für Maler in Nürnberg, hatte da eine Wohnung und auch nach der Meisterschule eine Stelle als Malermeisterin, und ich war gerade in Ebern auf der Meisterschule. So kam es, dass ich dann immer öfter am Wochenende nach Nürnberg fuhr und nicht nach Donauwörth, da hatte ich sowieso nur noch ein Zimmer, da meine Wohnung von Peter und Marita in Beschlag genommen wurde, da ich sie ja auch nicht brauchte, da ich ja in Ebern war.

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Irgendwann, ich glaube es war Januar 1994, nach der „Weihnachtsfeier“ von Barbaras Firma, machte ich ihr einen Heiratsantrag und sie sagte zu unser beider Überraschung „ja“. Für mich war klar, dass ich nach der Meisterschule wieder nach Donauwörth zurückkehren würde, um dort die Schreinerei zu übernehmen. Barbara wollte das anfangs nicht, hat sich dann aber doch dazu breitschlagen lassen und so zogen wir in meiner, nun unserer Wohnung zusammen. Im September war dann die Hochzeit.

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Im April 1995 vergrößerte sich die Familie durch Pauline. Im Dezember 1996 kam dann auch noch Kilian und im November 2000 noch unser „Nesthäkchen“ Julius.

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Pauline

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Kilian

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Tom, Pauline, Kilian, Barbara

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Tom, Julius

Mittlerweile ganz solide und etabliert, Kind gezeugt, Haus gebaut, Baum gepflanzt, was will man mehr.

Ein tiefer Einschnitt war dann die Insolvenz mit dem Wissen, dass die Existenzgrundlage komplett weg war, die Ernährungsgrundlage der fünfköpfigen Familie fehlte nun komplett, Arbeitslosengeld gab es keines, dafür war ich zu lange selbstständig. Irgendwie hielten wir uns über Wasser und zum Glück konnten wir bis zum Verkauf des Hauses dort auch noch mietfrei wohnen. Was ich Barbara sehr hoch anrechnen muß, ist die Tatsache, dass sie in dieser schweren Zeit stets zu mir gehalten hat. Ich hätte es ihr nicht verübeln können, wenn sie mich in dieser Zeit verlassen hätte. Aber sie hielt die Familie zusammen.

Dann der Umzug nach Weisenhorn, ein Reihenhaus gemietet, die Möbel reingestellt, der Job in Weisenhorn war weg, ich war wieder arbeitslos und auf Stellensuche. Hier entschieden wir uns dann für die Stelle in Stuttgart, und im dezember pünkltich 2 Tage vor Weihnachten zogen wir dann auch in unsere Wohnung im Stuttgarter Osten, ein etwas anderes Weihnachten mit Umzugskisten und nicht aufgestellten Möbeln. Da war es wichtig, dass wir ePlatz zum Schlafen hatten, das Wohnzimmer einigermaßen ansehnlich und die Küche bereit war, um etwas zu Essen herzustellen.

Eine schöne Wohnung, Erdgeschoß mit Garten, ich konnte zu Fuß zur Arbeit gehen, die Kinder hatten es nicht weit zur Schule und in den Kindergarten, wir fingen an, uns mit Stuttgart auseinanderzusetzen.

Hier stießen wir auch auf „Bookcrossing“ und haben dort eine Gemeinschaft gefunden, die irgendwie seltsam ist, aber es schwimmen die meisten auf der gleichen Wellenlänge und man versteht sich.

Irgendwann meinte dann der Vermieter, dass er die Miete um 30 % erhöhen wolle, was wir zum Anlaß nahmen, uns eine neue Wohnung zu suchen. Die Wohnung war sehr schön und auch gut gelegen, aber bei einer solchen Mieterhöhung schlichtweg nicht mehr zu finanzieren. Also zogen wir in den Stuttgarter Westen mit dem Ergebnis, dass 4 Familienmitglieder täglich mit dem Bus durch die ganze Stadt zockelten, da Schule und Arbeitsstelle am anderen Ende der Stadt waren. Und so suchten wir uns wieder eine Wohnung im Osten der Stadt und fanden sie auch im 5. Stock eines Mehrfamilienhauses. Bezahlbar, gut zu erreichen, also wieder ein Umzug. Für die Kinder war es gut, da sie wieder 30 Minuten länger schlafen konnten, außerdem waren die Schulfreunde in der Nähe.

Und dann kam die Kündigung meiner Arbeitsstelle. Wieder eine Probe, die wir allerding bestanden. Erst die zehrende Zeit der Arbeitslosigkeit, in der ich zwei Monate CAD-Kurs hatte, dann die Zeit des Pendelns zwischen Stuttgart und Nürnberg. Dann die Entscheidung, wann wir umziehen. Die Probezeit ist erst im Dezember vorbei, in den Ferien umzuziehen wäre geschickt, da dann die Kinder das neue Schuljahr in der neuen Schule beginnen könnten. Also mal vorsichtig abgeklopft, wie denn die Chancen bestehen, übernommen zu werden, hierzu positive Signale, also die Entscheidung, in den Ferien nach Nürnberg zu ziehen. Wieder eine Wohnung suchen, und das nun mit der Schwierigkeit, dass ich die Besichtigungen in Nürnberg durchziehen mußte, die meisten waren ja unter der Woche abends, Fotos machen, diese dann nach Stuttgart mailen, telefonisch über die Wohnungen sprechen, entscheiden, neue Wohnung suchen usw. Bis wir dann die Wohnung gefunden haben, die Vermieter auch uns wohlgesonnen waren und so eine neue Bleibe gefunden haben.

Also wieder eine Eingewöhnung, neue Umgebung, neue Leute, neue Schulen, neue Verhältnisse. Aber eines muß ich sagen: die Lebensqualität in Nürnberg ist höher als in Stuttgart. Die Lebenshaltungskosten in Nürnberg sind bedeutend geringer, sodass der Verdienstunterschied, den ich zu meiner Arbeit in Stuttgart hatte, nicht auffiel.

Und dann kam der große Schock. Bei Barbara wurde Eierstockkrebs diagnostiziert. OP, Chemotherapie, Reha, Rückfall, neue OP, diese abgebrochen und dann das Schlimmste, was uns als Familie passieren konnte, allerdings für Barbara die Erlösung: Sie konnte den Krebs nicht besiegen und hatte aufgegeben. Seither versuche ich mich als alleinerziehender vollzeitarbeitender Vater mit drei Kindern, zwei davon in der Pubertät und einer mit dem Sprung ins Gymnasium. Es ist nicht leicht, aber wir kämpfen uns durch und machen das Beste daraus. Irgendwie schaffen wir das schon.

Unsere Familie ist jetzt wieder größer geworden. Ich habe mich neu verliebt, in Susanne aus Ludwigshafen, sie bereichert unser Leben durch ihre frische Art und Weise. Mit ihr zusammen werden wir nun das Haus in Neunhof herrichten und den weiteren Lebensweg gehen. Ich bin sehr froh, dass sie mich gefunden hat. Wer weiß, was sonst aus mir geworden wäre.

Anmerkung: Es gibt natürlich aktuelle Bilder der Kinder und auch von Susanne, aber um deren Privatsphäre zu schützen, habe ich das vermieden. Es reicht, wenn ich mich hier veröffentliche, es geht hier ja auch um mein Leben und nicht um das meiner Kinder oder von Susanne.

Das bin ich

Grundsätzlich bin ich ein cholerischer Phlegmatiker, ein gutmütiger Chaot, ein unangepasster Mitläufer, ein eigensinniger Punk ehrenhalber (Grüße an Fratz!).

Ich fahre U-Bahn. (Das aber immer weniger gerne, bei den anstehenden Preiserhöhungen 😦 )

Und Roller.

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Und Fahrrad.

fahrrad

Aber auch Bus. (Das aber immer weniger gerne, bei den anstehenden Preiserhöhungen 😦 )

Und Auto. Unsere Neuanschaffung im November 2015:

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Und noch mehr Auto: Das Fahrzeug zur Midlive-Crises

2014-09-08-17-47-39

Und Eisenbahn.

Hin und wieder gehe ich auch zu Fuß.

Und beim VfB-Fanclub „Rote Karte„.

Und bei den Grünen, Kreisverband Nürnberg. Update: Ortsverband Lauf/Pegnitz)

Und jetzt auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Neunhof.

Ich war Elternbeirat in der Grundschule St. Leonhard.

Ich unterstütze Amnesty International.

Ich bin bei den Bookcrossern.

Ich engagiere mich beim Bündnis gegen den Frankenschnellweg. (Derzeit extrem weniger)

Ich bin bei Facebook.

Ich renoviere ein Haus.

Ich lese die TAZ (zumindest am Wochenende).

Ich lese die Nürnberger Nachrichten (die aber immer).(Update – jetzt die Pegnitz-Zeitung)

Ich bin im Forum von Smartstore. (Derzeit extrem weniger)

Ich bin bei den Parkschützern. (zumindest verfolge ich das Geschehen in Stuttgart weiter)

Ich bin alleinerziehender Vater.

Ich bin ich.

Ich schaue Lindenstraße.

Ich schaue Tatort.

Ich höre Musik von Anyones Daughter bis Frank Zappa.

Ich gehe gerne auf Konzerte, gebe aber keine mehr.

Ich gehe gerne mal ein Bier trinken oder auch zwei, z. B. ins Gregor Samsa, bei schönem Wetter auf den „Balkon“ oder auch ab und zu in Gostenhof. Einmal im Monat ist „Meetup“ mit den Nürnberger Bookcrossern im Blauen Haus, da bin ich dann auch gerne dabei. Hin und wieder auch mal in der Lilie. Oder auch anderswo. Z. B. beim Wiethaler.

Ach ja, ich schau mir auch ab und zu mal ein Fußballspiel an, z. B. vom FCN oder vom VfB.

 

Hier die veralteten Meldungen:

Und Auto. Unsere Neuanschaffung: Ein Multipla Blupower (Update 11/2015: Der TÜV hat uns geschieden. Die Gastankanlage hätte erneuert werden müssen, dafür wären Kosten in Höhe von 5-6000 € angefallen. Was nicht wirklich wirtschaftlich wäre)

multipla3

Ich fahre ein Wohnmobil Baujahr 1984.(Update 09/2013: Das Wohnmobil hat nun einen neuen Besitzer gefunden und fährt munter innerhalb der Familie weiter)

transitwomo

Und Auto. Auch hier gibts ein Update: Opel ist Geschichte, da er mittlerweile mehr Kühlwasser als Sprit benötigt.

astra

Und bin beim Deutschen Camping Club. (Update – nur bis Ende 2013)

Und beim Oldtimer Camping Club Deutschland. (Update – nur bis Ende 2013)

Und bei der Holzwerkstatt Gostenhof. (Update – nur bis Ende 2013)

Ich bin Mitglied und auch stellvertretender Vorstand im Bürgerverein St. Leonhard/Schweinau. (Update – nur bis Oktober 2014)

Ich twittere.

Musik, die ich machte

Hier gibts was auf die Ohren, aber gewaltig.

Zuerst, so zur Abschreckung, die selbstgemachte Musik als mp3 (Ich bitte die Qualität der Aufnahmen zu entschuldigen, aber die Tapes sind schon ganz schön alt, die Qualität der Darbietungen läßt sich vermutlich nicht entschuldigen):

HH Acoustics & Friends

Live am Harburger Bockfestival 1985

hh2I bin so groovy

hh2 Oh Kindelein

hh2 Tanz ohne Derwische

hh2 Sofie mein Henkersmädel

hh2 Perverse Romanze am Strand vom Tegernsee

hh2 Armstrong

hh2 Katzen würden Whisky saufen

hh2 Vögeln, fressen, kiffen, saufen

hh2 Wenn bei Capri …

hh2 Schlaf Kindlein schlaf

hh2 Gelbes Tauchseeboot

 

Canadian Woodburning Outsteppers

Live in Schweinspoint Open Air

logo_rot Intro

logo_rot Früher

logo_rot Schnorrer

logo_rot Shakespeare

logo_rot Meine Freunde sagen

logo_rot Oder etwa nicht

logo_rot Anpassungs-Blues

logo_rot Reggeae

logo_rot Supermarkt

logo_rot Monotonie

logo_rot Verboten

logo_rot Born to be wild

logo_rot Sind so kleine Biere

logo_rot Absage

 

Sunshine Projekt

Wir hatten mehrere sehr dubiose Auftritte, unter anderem hier:

KJR-Veranstaltung, Deiningen

img058 Übersiedler-Baby

img058 Ein kleiner Traum

img058 Lieb mich wie ein Schmetterling

Café Leopold, Augsburg, im Rahmen eines Bandwettbewerbs

img058 Sonnenschein und Apfelbaum

img058 Es war Cognac

Im Rahmen eines Kinderzeltlagers des KJR Donau-Ries haben wir unseren Erfolgstitel „Es war Cognac“ etwas modifiziert:

img058 Es war Kaltgetränk

Die Herzwilden Deckbuben

Fasching live im Juze Donauwörth

hwd Jingle

hwd Büttenrede

hwd Ein wirklich guter Freund

hwd Es war ein schöner Tag

hwd Du siehst wunderbar heut aus

hwd Jingle

hwd Disco-Peter

hwd Lets talk about Sex

hwd Wart auf mich

hwd Absage

Musik, die ich höre

Und nun, zum Ausgleich für die vorhergehende Seite, die Musik, die ich hörte und höre, als Aufzählung und, soweit vorhanden und bekannt, als Link zur Homepage der Band oder einer anderen Seite über die Band. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben.

AC DC

Adams, Bryan

Aerosmith

Alan Parsons Project, The

Alex Harvey Band, The Sensational

Alex Oriental Experience

America

Anderson, Laurie

Anyone’s Daughter

Ape, Beck und Brinkmann

Apokalyptischen Reiter, Die

Art of Noice

Ärzte, Die

Atomic Rooster

Bad Company

Baker’s, Ginger Air Force

BAP

Batt, Mike

Beatles, The

Beggar’s Opera

Bell, Book & Candle

Bernie’s Autobahn Band

Bhakti Jazz

Biermösl Blosn

Birth Control

Blues Band, The

Boomtown Rats, The

Bragg, Billy

Brubeck, Dave

Cheap Trick

City

Clapton, Eric

Clash, The

Clayton, Lee

Cocker, Joe

Collins, Phil

Costello, Elvis

Country Joe McDonald

Coyne, Kevin

Creedence Clearwater Revival

Culcha Candela

Cure, The

Danzer, Georg

Davis, Miles

Deep Purple

Degenhardt, Franz-Josef

Deter, Ina

Dexys Midnight Runners

Dire Straits

Dissidenten

Doors, The

Dylan, Bob

Eagles

Element of Crime

Eurythmics

Fantastischen Vier, Die

Fischer-Z

Fleetwood Mac

Flying Pickets

Fool’s Garden

Foreigner

Fox, Peter

Fugazi

Gabriel, Peter

Garfunkel, Art

Geffen Company, The David

Genesis

Golden Earring

Grachmusikoff

Greadfull Dead

Grönemeyer, Herbert

Gruppo Sportivo

Guns N‘ Roses

Guru Guru

Haindling

Hancock, Herbie

Helloween

Hendrix, Jimi

Herman’s Hermits

Höchste Eisenbahn, Die

Holstein, Stephan

Hooker, John Lee

Hooters

Hothouse Flowers

Ideal

Idol, Billy

Incredible Herrengedeck, The

Jesus Messerschmitt

Jethro Tull

Joel, Billy

Joplin, Janis

Kantik

Karat

Kay Bluesband, Marina

Kay, Marina & Arny

King, B. B.

Kinks, The

Kleine Tierschau, Die

Kolbe – Illenberger – Dauner

Kraftwerk

Kriwanek, Wolle

Kunze, Heinz Rudolf

LaBrassBanda

Led Zeppelin

Lemonpipers, The

Lemonhaeds

Lena

Leningrad Cowboys

Lennon, John

Letzte Instanz

Level 42

Lewis and the News, Huey

Lewis, Jerry Lee

Lindley, David

Lost Lyrics, The

Lynyrd Skynyrd

M. Walking on the Water

Madness

Mamas and the Papas, The

Marley, Bob

McCartney, Paul

Mercury, Freddie

Mey, Reinhard

Midnight Oil

Miller, Glenn

Motörhead

Mr. Big

Nena

New Model Army

Niedecken, Wolfgang

Nirvana

Niveau, Das

Notting Hillbillies, The

Oldfield, Mike

Pavov’s Dog

Pet Shop Boys

Peterson Trio, Oscar

Petrie, Dougie & Rasche, Barney

Pigor singt und Eichhorn muß begleiten

Pink Floyd

Pixies

Plan B

Police, The

Pop, Iggy

Pretenders, The

Prinzen, Die

Queen

Rainbirds

Rattles, The

Red Hot Chilli Peppers

Reed, Lou

Reeder, Dan

Reinhardt, Django

Reiser, Rio

Ringsgwandl

Rolling Stones, The

Roten Rosen, Die

Roth, David Lee

RUN DMC

Russkaja

Santana

Schandmaul

Schneider, Helge

Schwoißfuaß

Scorpions

Sido

Simon and Garfunkel

Simply Red

Spliff

Sportfreunde Stiller

Sting

Stranglers, The

Supertramp

Talking Heads

Tangerding, Götz

Theatre Upstairs Production, The

Theodorakis, Mikes

Throw That Beat In The Garbagecan!

Tierschau, Die kleine

Ton Steine Scherben

Toten Hosen, Die

Toto

Trashing Groove

Traveling Wilburys

Tri Yann

Trio

U2

UB40

Urlaub, Farin

Van Hallen

Van Morrison

Velvet Underground

Violent Femmes

Waits, Tom

Walter Elf, Die

Wasteband

Wecker, Konstantin

Westernhagen, Marius Müller-

Whitesnake

Who, The

Wishful Thinking

WIZO

Young, Neil

Zappa, Dweezil

Zappa, Frank

Zeltingerband

ZZ Top

1970er Jahre

In den 1970er Jahren wurden Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Hausfassade hinter ab der Eingangstüre mußte ersetzt werden, da sich dort der Kuhstall befand und durch die Ammoniakdämpfe das Mauerwerk marode war. Die Hopfengauben wurden entfernt. der ehemalige Schweinestall auf der rechten Seite wurde erneuert und aufgestockt, im Erdgeschoß führte die Tochter von Paul Engelhardt Anita einen Friseursalon. Der Salon wurd noch heuteallerdings unter anderer Leitung betrieben.

Belassen wurde der vordere Teil des Gebäudes, im Obergeschoss sind noch zwei alte Türen eingebaut.