Tschechien September 2016

Mal wieder haben wir uns ein Super-Schnäppchen gegönnt. Bei Groupon gab es ein Angebot: 2 Übernachtungen im Schloßhotel bei Cheb (Eger) für 2 Personen All Inclusive mit Begrüßungsgetränk und Wellness-Aufenthalt für 169,00 € statt über 400,00 €. Da schlugen wir natürlich zu und haben per Mail auch einen für uns passenden Termin reserviert, was über die Zentrale in Prag auch so bestätigt wurde.

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Am 13. September machten wir uns dann bei bestem Spätsommerwetter mit unserem Cabrio auf den Weg, laut Routenplaner eine gemächliche Fahrt von knapp zwei Stunden. Am Ziel angekommen, schwante mit schon Fürchterliches. Der Parkplatz komplett leer, die Zufahrt durch Tore verschlossen. Ein Zettel am Haupteingangstor verwies auf eine Telefonnummer, die man anrufen solle, falls man vor dem verschlossenen Tor stehen würde (zumindest interpretierte ich den tschechischen Text so), und so rief ich an.

Eine nette Stimme meldete sich und war durchaus überrascht, dass ich nun vor dem verschlossenen Tor stehen würde, wo doch eigentlich alle, die für diese Tage gebucht hätten, benachrichtigt worden wären, per Mail oder Telefon, dass das Hotel erst morgen (also am Mittwoch) öffnen würde wegen eines Wasserschadens. Es würde alles repariert werden und ab morgen eben würde alles wieder funktionieren, aber heute wäre geschlossen. Wir sollen doch morgen wiederkommen. Auf meine Entgegnung, dass wir vor dem verschlossenen Tor stehen würden und wir nicht benachrichtigt worden wären und wir extra Urlaub genommen hätten, brach die Verbindung ab. Bevor ich jedoch neu wählen konnte, kam mir schon eine Mitarbeiterin des Hotels entgegen, die mit dem Handy telefonierte.

Nach einigem Hin und Her und noch mehr Telefonaten mit mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zentrale wurden wir dann ins Hotel gebeten, wir wurden mit Kaffee und Wasser versorgt und die Rezeptionistin verschwand wieder. Nach einiger Zeit erschien sie wieder und schlug uns vor, dass wir für die heutige Nacht ein Hotel in Karlsbad, Franzensbad oder Cheb nehmen könnten und wir dann morgen, wenn das Hotel wieder bezugsfähig wäre, wiederkommen könnten. Wir einigten uns auf Karlsbad und so machte sie sich wieder auf den Weg, um ein Zimmer dort für uns ausfindig zu machen. Was ihr auch gelang. Sie zeigte uns die Homepage des Hotels im Internet, wir stimmten zu, was sie dem dortigen Hotel dann auch mitteilte. Anschließend mußte sie dann noch auf einen Rückruf warten, diese Zeit nutzte sie, um uns „ihr“ Hotel zu zeigen mit den unterschiedlichen Zimmerkategorien, Wellnessbereich, Schloßschänke und Frühstücksraum.

Der Rückruf kam, sie gab uns das Geld für das Zimmer mit und wir brachen auf in das ca. 30 Minuten entfernte Karlsbad, das wir auf unserem Kurztrip auch besuchen wollten.

Ankunft im Hotel in Karlsbad, Bezug des Zimmers. Hotel Ontario, direkt über den Kolonaden. Ein Drei-Sterne-Hotel-Garni-Haus mit sehr freundlichem Personal und schönen, großen Zimmern.

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Hotel Ontario, Karlsbad

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Hotel Ontario, Karlsbad

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Blick vom Balkon unseres Zimmers

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Hotel Ontario, Karlsbad

Und so machten wir an diesem Nachmittag und Abend Karlsbad unsicher, soweit es ging, denn ab 21 Uhr werden hier die Gehsteige hochgeklappt 🙂

Nach Frühstück und Auschecken durfen wir unser Auto auf den wenigen zum Hotel gehörenden Parkplätzen stehen lassen, um uns noch weiter in Karlsbad umsehen zu können.

Und dann wieder zurück ins Schloßhotel, unserem eigentlichen Ziel dieses Kurztrips. Dort angekommen, war zumindest das Einfahrtstor geöffnet und es standen einige Autos am Hotelparkplatz. Nach der Begrüßung mit einem Glas Prosecco und dem Einchecken wurden wir in die Regeln eingeführt. All Inclusive bedeutet: Abendessen als Buffet von 19.00 bis 22.00 Uhr in der Schloßschänke, hier sind alkoholische Getränke (Bier, Wein) inclusive. Den ganzen Tag gibt es nichtalkoholische Getränke. Frühstück von 8.00 bis 13.00 Uhr, B 11 Uhr als Brunch. Eine Stunde Wellness inclusive. Ich entschied mich, auf Wellness zu verzichten, Susanne buchte noch eine Stunde für den gleichen Tag von 18.00 bis 19.00 Uhr. So bezogen wir das Zimmer.

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Schloßhotel

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Badezimmer, Schloßhotel

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Schloßhotel

Das Bett sehr wuchtig und auf Schein getrimmt, das Bad mit Badewanne, allerdings ließ sich die Tür nicht weit öffnen, da sie zum Einen an einen Schränkchen neben dem Waschbecken aufschlug, wenn man den Widerstand des Bodens überwunden hatte. Hinter dem Vorhang im Vorraum fand man eine Kleiderstande mit bunt durchgewürfelten Kleiderbügeln und einem beigen Spanplattenregal.

Wellness: Ein enttäuschendes Angebot, da von den vier Saunen eine defekt war, was allerdings nur auf Tschechisch an der Tür stand. Die Sprudelbecken waren so eingestellt, dass nur einige Massagedüsen, die allerdings nicht sehr sinnvoll angebracht waren, funktionierten, andere, die am Vortag bei der Führung gingen, waren entweder ausgeschaltet oder defekt. Ein Kneipp-Becken, bei dem der Handlauf zum Festhalten für die Größe eines Zehnjährigen Kindes konzipiert war, aber nicht für die Größe eines durchschnittlichen Mitteleuropäers. Ein Ruheraum, den niemand aufsuchte, da man sich hier Erfrierungseerscheinungen holen konnte und ein Wassereimer als Schwalldusche, der defekt war und so das Wasser ständig lief. Zudem waren wohl einige, die die Zeit von 17.00 bis 18.00 gebucht hatten, noch etwas länger anwesend, was die gesamte Enge des Bereichs noch enger machte. Da die Dusche im Umkleidebereich auch sehr eng war, entschied sich Susanne, auf dem Zimmer zu duschen, was allerdings das nächste Problem nach sich zog. Denn die Badewanne, die so wunderbar im Bad stand, war völlig ungeeignet, um sich da zu duschen. Erstens mußte man Angst haben, dass man hier ausrutschte, zweitens war der Schlauch der Handbrause so kurz, dass man nicht im Stehen duschen konnte.

Abendessen: Wir gingen frohen Mutes gegen 19:45 Uhr in die Schloßschänke, um hier unser Abendessen einzunehmen. Vielleicht haben wir uns das Schloßhotel und die Gäste generell etwas falsch vorgestellt, aber wir dachten, man solle sich kleidungstechnisch dem Ambiente etwas anpassen, allerdings waren wir wohl die Einzigen, die das dachten. So war von Jogginghose und Schlabber-Tshirt bis einigermaßen eleganter Kleidung (durch uns) alles vertreten. Unser zweiter Fehler: wir waren nichtschon um 19.00 Uhr in der Schänke, und so war das Fleisch, das in Buffetform hier angeboten wurde, trocken. Drei Sorten Fleisch im Angebot, dazu Kartoffeln, aufgewärmtes Tiefkühlgemüse, keine Sauce, sondern nur Remoulade. Nicht sehr liebevoll zerkleinertes Gemüse (Salatgurke, Tomaten und Paprika), was vermutlich Salat darstellen sollte. Da der Flur sehr dunkel war, wo das Buffet aufgebaut war, war auch nicht erkennbar, dass die Aprikosenknödel, die neben Roter Grütze präsentiert waren, Aprikosenknödel waren. Es konnten auch normale Knödel sein, hier wurde ich von einem englischsprechenden Mit-Gast darauf hingewiesen, dass diese „sweet“ wären und nicht zu meinem Fleisch passen würden.

Der Wein, der angeboten wurde, kam aus dem Tetra-Pack, das Bier war von einem in Tschechien ansässigen Billigbierhersteller. Es gab wohl auch Urquell, das allerdings hätte man bezahlen müssen.

Die uns über den Weg gelaufene Schloßkatze machte übrigens auch nicht den Eindruck, als würde ihr das dort angebotene Essen schmecken 🙂

Die Betten waren unbequem. Die für einen guten Schlaf nötige Bettschwere bezogen wir aus Getränken, die wir in weiser Voraussicht zuvor in einem Supermarkt erworben hatten.

Am nächsten Morgen ging es wieder ans Kofferpacken, da wir lt. Aushang an der Rezeption bis 10.00 Uhr auschecken mußten. Duschen liesen wir ausfallen (aus den oben angeführten Gründen), allerdings kamen wir doch noch zu einer Fußwaschung, das wohl der Abfluß des Waschbeckens undicht war und so der gesamte Badboden unter Wasser stand.

Das Frühstück, das wir gegen 9.30 Uhr einnahmen, war lieblos angerichtet, auch hier wäre es wohl notwendig gewesen, früher zu kommen, da diverse Bäckereiprodukte nur noch in Fragmenten zu haben waren. Die für das Frühstück zuständige Mitarbeiterin des Hotels verbreitete durch Auf-, Ab- und Umräumen eine solche Unruhe und Hektik, dass man auch nicht Entspannen konnte. Nach uns kam ein Paar, das nachfragte, ob es auch Kakao zu trinken gäbe, was auf Nachfrage der Mitarbeiterin in der Küche (telefonisch, da diese ein Stockwerk tiefer lag) auch bejaht werden konnte. So kam sie einige Zeit später mit einem Krug vermutlich warmer Milch und stellte diesen mit der aufgerissenen Pappschachtel Kakao dem Gast auf den Tisch, der sich daraus nun sein Frühstücksgetränk selbst herstellen konnte.

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Frühstücksraum Schloßhotel

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Hotelflur Schloßhotel

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Außenansicht Schloßhotel

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Noch nicht renovierte Gruftkapette im Schloßgarten

Fazit: Wir werden dieses Hotel nicht noch einmal aufsuchen. Hier läuft alles schief, was nur schief laufen kann. Es ist wohl aufwändig saniert worden, allerdings wohl auch ohne nötigen Sachverstand, da der Wasserschaden wohl von einer defekten Wasserleitung herrührte und dadurch die Wasserversorgung aller Zimmer abgesperrt werden mußte. Das Mobiliar auf Schein getrimmt, der Wellness-Bereich schlecht konzipiert und die gesamten Abläufe nicht durchdacht und zudem schlecht ausgeführt. Angeblich wären alle Gäste, die zu unserem Termin gebucht hatten, verständigt worden, allerdings haben wir dann auch noch erfahren, dass nicht nur wir nicht verständigt wurden, sondern noch mindestens ein anderes Paar, das dann in Franzensbad untergebracht wurde.

Woher der Originalpreis für zwei Nächte mit über 400,00 € kommt, kann ich nicht nachvollziehen. Eigentlich war der Preis von 169,00 € für das Schloßhotel schon fast überteuert.

Übrigens habe ich auch schon eine Bewertung auf Facebook geschrieben:

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Bitte zu beachten, wem diese Bewertung gefallen hat. Also ich hätte als Hotal hier kein „Gefällt mir“ abgegeben 🙂

Veste Rothenberg

Ein interessanter Sonntagsausflug zur Veste Rothenberg (bei Schnaittach). Über den gut ausgebauten Fußweg Richtung „Gipfel“ der Anhöhe zeigt sich ein wehrhaftes Bauwerk, das nur mit Führer besucht werden kann. Was sich allerdings lohnt. Hier kann man ein Bauwerk, das zu seiner Zeit in einer extrem kurzen Zeit gebaut wurde, mit einem Umfang der Außenmauern von 1000 m, das den bayerischen Herrschern als Drohfestung gegen die Franken und Nürnberg diente. Ich kann nur dazu raten, die Veste zu besuchen. Wir hatten zudem noch das Glück, dass wir bei unserem Besuch sehr gute Fernsicht hatten …

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Link zur Veste

2016 – Tschechien – Prag

Da wir schon lange einmal nach Prag reisen wollten, kam uns ein Groupon-Angebot sehr entgegen:

Zeitgenössische Eleganz und exzellentes Ambiente am Wenzelsplatz – 5-Sterne-Boutique Hotel Jalta in Prag

Homepage des Hotels

Geschichtliche Infos zum Hotel

Die An- und Abreise haben wir mit dem IC-Bus geplant, von Nürnberg nach Prag zu Zweit hin und zurück für 71,80 €.

Die Fahrt:

Die ca. dreieinhalbstündige Fahrt war angenehm bis auf die Tatsache, dass eine unterfränkische Landfrauentruppe in bester Ausflugsmanier, wohl nicht mit Bier und Schnaps, aber mit Prosecco und Eierlikör, die persönliche Stimmung hochbringen wollte, allerdings auf Kosten der Mitfahrer.

Ankunft in Prag, ca. 10 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt.

Erster Eindruck vom Hotel: Sehr freundliches Personal, sauber, zum Empfang ein Glas Prosecco

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Unser Hotelzimmer

Das Hotel wurde wohl um das Jahr 2000 grundlegen saniert, zumindest gehe ich anhand der damals neu eingesetzten Fenster davon aus. Die Schaltung der Beleuchtung ist gewöhnungsbedürftig, aber funktioniert irgendwie. Ich würde sagen, es ist seinen Preis wert.

Nachmittags wollten wir etwas von der Stadt sehen, deshalb entschieden wir uns, eine Stadtrundfahrt zu buchen. Hier war auch eine ca. einstündige Fahrt auf der Moldau mit dabei. Fazit hier: Bus wäre überholungsbedürftig, Fahrer können fahren, die Informationen vom Band sind hörenswert. Preis – Leistung: in Ordnung.

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Blick vom Schiff

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Hausboot auf der Moldau

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Karlsbrücke

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Nicht weiter als bis hier!

Vom Besuch des Mucha-Museums würde ich persönlich abraten, hier ist der Shop größer als der „Museums“-Bereich.

Essen gehen am besten etwas abseits von den Hauptverkehrsstraßen, hier sind die Preise in Ordnung.

Ich persönlich zog es am Samstag vor, das Bett zu hüten, da mich eine Erkältung schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte. Der Samstag begann und endete bei mir mit der Nahrungsaufnahme, hierzu führen wir ein paar Stationen mit der straßenbahn und besuchten das Restaurant Sklep (gegenüber dem Stadion des FK Victoria). Essen und Getränke in Ordnung, Preis sehr gut.

Am Sonntag ging es mir ein wenig besser, also zogen wir nach Frühstück und Auschecken los. Erst Ai Weiweis Tierkreis.

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Ai Weiwei-Ausstellung

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Exponate

Gegenüber steht übrigens ein „Haus mit Potential“, dies ist für uns die Bezeichnung für Häuser, die einen sehr großen Aufwand für die Renovierung bedürfen. Dies ist Makler-Jargon und ist uns auf der Suche nach unserem Eigenheim öfter untergekommen. In Prag finden sich noch viele „Häuser mit Potential“, es wurde im Laufe der Jahre wohl auch viel renoviert, allerdings gibt es noch einen großen Investitionsstau.

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Haus mit Potential

Anschließend ging es Tourimäßig zur Burg, um dort mit den Massen an ausländischen Besuchern, aber auch tschechischen Tagesgästen gemeinsam die lt. Führer größte Burganlage der Welt zu besichtigen. Ich kann nicht verstehen, warum diese Menschen früher ihr Eigenheim an einer so zugigen Stelle bauen mußten, allerdings ist die Aussicht ganz gut.

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Kathedrale

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Kathedrale

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Menschenmassen (Ausschnitt)

Und so endete dieser Kurztrip nach Prag mit der Rückreise im IC-Bus nach Nürnberg, die Rückfahrt verlief aufgrund des Sonntagsfahrverbotes für LKW schneller als im Fahrplan vorgesehen.

Fazit: Eine Reise, die ihr Geld wert war, außerdem werden wir Prag wieder einmal einen Besuch abstatten.

 

 

2015 – Holland – Zeeland

Als Geburtstags-Flucht-Urlaub haben wir uns eine Woche Zeeland – Oostkapelle (in der Nähe von Middelburg) gegönnt. Es war eine sehr entspannte Woche, ohne Kinder, ohne Zwang, einfach so in den Tag hineinleben …

Hier einige Impressionen:

2014 – Holland – Zeeland

Im Mai sind wir über Groupon auf eine Aktion aufmerksam geworden:
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Das war eigentlich das Richtige, um einen Familienurlaub zu Fünft nach Abschluß der Schule der Großen und zum Ausspannen nach einigen Anstrengungen beim Renovieren zu machen. Also schlugen wir zu und haben einen Gutschein gekauft. Die Konditionen waren ok:

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Nach einigem Hin und Her per Mail unter Einschaltung von Groupon haben wir dann auch unseren Wunschtermin 25.08. – 29.08.2014 gebucht bekommen und weitere 78 € für Buchungsgebühren, Bettwäsche und vermutlich Kurtaxe oder so beglichen (dies war leider nicht klar erkenntlich, da Teile der Rechnung auf Niederländisch waren.

Einige Tage vor der geplanten Anreise erhielten wir noch eine Karte mit Barcode für die Schranke. Sobald wir diese überschritten hätten, so stand in der erklärenden Email, könnten wir uns noch unsere Karten ausdrucken.

Am 25.08.2014 machten wir uns dann frühmorgens auf den Weg, um auf demselben noch ein Outlet-Center zu besuchen (auf speziellen Wunsch einer Einzelnen), um dann rechtzeitig ab 15 Uhr anzureisen. Aufgrund unseres speziellen Reisemittels, unseres Fiat Multipla Bluepower (reines Erdgas-Fahrzeug), waren wir allerdings an spezielle Tankstellen gebunden, da leider diese Kraftstoffart nicht sehr weit verbreitet ist. Also haben wir unterwegs nochmals getankt, das Outlet-Center mit dem Kauf-Erfolg von zwei Paar Sportschuhen wieder verlassen und uns in weitere Anfahrt gewagt, die uns über Belgien wieder in die Niederlande führte. Nach einigen Problemen mit dem Internet (Routenplaner) und Apps für Erdgastankstellen auch im europäischen Ausland sind wir dann doch noch in unserem Ferienpark angekommen, um dort nach kurzem Anstehen an der Rezeption unser Komforthome zu beziehen.

Am nächsten Tag, ein durchaus regnerischer, beschlossen wir, nachdem sich das Internetproblem zum Glück gelöst hatte, nach Middelburg zu fahren, um dort zum einen zu tanken und zum anderen natürlich auch die Stadt anzusehen. Nachdem wir das erste erledigt hatten (nach kurzen Problemen mit dem Routenplaner und der Erkenntnis, dass die angegebene Tankstelle mittlerweile einen anderen Betreiber hat und man nur mit Kreditkarte Erdgas tanken konnte), gingen wir zum zweiten Teil über und erkundeten die Altstadt von Middelburg, die an diesem Tag auch von Touristen bevölkert war.

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Am Mittwoch, so war vereinbart, fahren wir nach Rotterdam, um den Shoppinggelüsten einer Einzelnen nachzukommen. Nach entspannter Fahrt und Besuch einiger einschlägiger Adressen (mit der Erkenntnis, dass das Internet doch nicht alles weiß, da ein Geschäft schon seit Längerem nicht mehr existent war) war es uns doch noch vergönnt, an einen sonnigen Tag auch Teile der Stadt zu besichtigen.

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Rotterdam

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Rotterdam

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Dies ist ein Bus, in dem eine Stadtrundfahrt über Land und Wasser angeboten wird. Diese kostet bei einer Dauer von 60 Minuten pro Person ca. 22,50 €, was uns schlichtweg zu teuer war.

Auf der Rückfahrt sind wir dann wieder den Tücken des Internet erlegen, da wir eigentlich auf der Suchen nach einem Pannekokkenhus waren. Aber das so im Internet angepriesene war eine „normale“ Lokalität, die allerdings auch schon um 19 Uhr schloss und wir so auf eine andere Gaststätte ausweichen mußten.

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Die Steineren Brücke von Goes bei Tag

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und bei Nacht.

Am Donnerstag, so war der Plan, wollten wir das in dem Angebot angepriesene Subtopische Freizeitbad besuchen, das, so dachten wir, zur Ferienanlage gehört. Dies war allerdings eine Fehleinschätzung, da das Bad tatsächlich ca. 12 km von der Ferienanlage entfert lag und auch nicht subtropisch war, zumindest nicht das Wasser, gefühlte Wassertemperatur 18 °. Aber auch dies wurde von allen Beteiligten einigermaßen hingenommen und nach dem Besuch der einschlägigen Supermärkte (zum Einen ein einheimischer, zum Anderen einer einer Kette, die ihren Sitz in Deutschland hat), und einem üppigen, aber nicht gerade preisgünsigem Mahl bereiteten wir uns darauf vor, am nächsten Tag dieses gastliche Land wieder in Richtung Heimat zu verlassen, was wir Tags darauf auch machten.

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Die Rückreise war zumindest auf der deutschen Seite nicht sehr entspannt, ich lobe mir hier die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Disziplin der holländischen und belgischen Nachbarn), aber wir kamen gut und sicher wieder zuhause an.

Fazit: Die Reise war ihr Geld wert, allerdings auch nicht mehr. Da direkt am Freizeitpark derzeit eine Autobahn gebaut wird, gehe ich davon aus, dass der Betreiber der Ferienanlage deshalb das Angebot bei Groupon eingestellt hatte.

Ein Loblied möchte ich auf unser Auto singen, das die 2000 km innerhalb 5 Tagen gut und mit einem durschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 5,2 kg Erdgas/100 km und einen Durchschnittspreis von 1,10 €/kg mit 5 Personen und Gepäck (also gesamt ca. 115 € Kraftstoffkosten) günstig gemeistert hat.

Mein Name ist Günther

Seit heute heiße ich wohl Günther, obwohl mein Ausweis etwas anderes behauptet. Aber lt. Boarding-Pass, der in Antalya beim Boarding mit meinem Ausweis verglichen wurde, ist das wohl so:

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2014 – Türkei – Kappadokien

Als aus der Wochenendausgabe der „taz“ ein Brief „Speziell für Sie als Leser der TAZ“ herausfiel, ahnte ich noch nicht, dass Susanne tatsächlich vorhatte, diese Reise mit mir zu machen. Was sich allerdings noch ändern sollte.

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Schnell wurden Urlaubsplanungen bei den jeweiligen Arbeitgebern abgeglichen und mögliche Reisetermine mit dem Angebot aus der Zeitung notiert, beim Reiseveranstalter angerufen und festgestellt, dass der Wunschtermin von München aus bereits ausgebucht war. Also nach Alternativen gefragt und tatsächlich: zum ähnlichen Termin ginge es noch ab Stuttgart von Freitag bis Freitag, also vom 24. bis 31.01.2014.

Mit der Oma wird vereinbart, dass sie sich in dieser Zeit als Kinderbetreuung zur Verfügung stellt, also steht der Reise nichts mehr im Wege.

Zur Reise selbst: Reiseveranstalter Reiseservice Deutschland (RSD) bietet die Reise mit Flug und sieben Übernachtungen incl. Frühstück für 99 € pro Person im Doppelzimmer an. Lt. Beschreibung kann man vor Ort ein Paket für 129 € für Halbpension und Eintrittsgelder dazubuchen, ein weiteres Paket für 99 € würde tägliches Mittagessen, einen Ausflug nach Aspendos, eine Vorführung der tanzenden Derwische sowie einen folkloristischen Abschlussabend mit lokalen Getränken beinhalten.

Ca. 10 Tage vor der Abreise kommen dann die Reiseunterlagen per Post. Abflug am 24. um 9.25 Uhr ab Flughafen Stuttgart. Damit war unser Plan, mit dem Zug zum Flughafen zu fahren, hinfällig, da die Bahn es nicht schafft, eine passende Verbindung anzubieten. Also bleibt uns nichts anderes übrig, mit dem Auto nach Stuttgart zu fahren. Damit wird natürlich ein Parkplatz benötigt, und die direkt am Flughafen liegenden kosten soviel wie die Reise selbst. Außerhalb des Flughafens gibt es mittlerweile findige Unternehmer, die die leerstehenden Hallen in der Umgebung als Parkmöglichkeit mit Shuttleservice anbieten. Für 34 € buchen wir uns also online einen Stellplatz in Filderstadt.

 24.01.2014

Der Tag beginnt früh,  wir wollen um 4 Uhr los, um rechtzeitig dazusein. Bei Regen fahren wir nach Stuttgart, die rechte Spur der Autobahn ist fast durchgängig belegt von LKWs. Ab dem Autobahnkreuz bei Heilbronn kommen die Pendler dazu, die Autobahn ist schon ziemlich voll. Schneetreiben setzt ein, die wirre Verkehrsführung bei Filderstadt durch die Verlegung der Messe zum Flughafen kombiniert damit und den Pendlern gehen an die Nerven. Aber wir kommen schlussendlich doch zurecht und auch beim Stellplatz an, der Shuttleservice wird verständigt und kommt kurz darauf auch an, kassiert die Parkgebühr und transportiert uns und unser Gepäck zum Flughafen. Dort angekommen können wir uns direkt in die Schlange beim Check-In einreihen und warten. Aber auch diese Hürde wird trotz personeller (es ist anfangs nur ein Schalter geöffnet) und technischer Probleme (das Gepäckförderband des mittlerweile zweiten Schalters geht kaputt und es muß ein anderer Schalter geöffnet werden) genommen. Wir leisten uns als Frühstück zwei Butterbrezeln für je 2,10 €. Boarding um 8.55 Uhr. Es ist durchaus verblüffend, wie viele Sitze in diesen Airbus eingebaut werden können! Wenn ich ganz gerade im Sitz platznehme, stehen meine Knie am Vordersitz an. Aber glücklicherweise bin ich ja ein begabter Schläfer und blende über den größten Teil des Flugs die beengten Verhältnisse aus. Der knapp drei Stunden dauernde Flug nach Antalya über einer geschlossenen Wolkendecke wird nur in kurzen Wachphasen wahrgenommen, z. B. um das kostenlose Getränk  (geschätzt 100 ml Wasser, Kaffee oder Tee) zu genießen.
Ach ja, klarer Himmel und Sonnenschein in der Türkei,  das macht Hoffnung auf eine gute Woche. Landung in Antalya, natürlich mit dem obligatorischen Beklatschen der Landung durch über die Hälfte der Mitreisenden (übrigens: der Flieger ist bis auf den letzten Sitzplatz ausgebucht, alle Mitreisenden sind von RSD). Einreisekontrolle, danach durch den Zoll (wir haben das Gepäck ja erst gute vier Stunden vorher durchleuchten lassen, mein Rucksack wird natürlich von der netten Dame spontan zur Kontrolle ausgewählt. Natürlich ohne Befund.)
Am Ausgang stehen schon die Office-Desks der verschiedenen Reiseveranstalter, um die Ankommenden auf die Busse zu verteilen. Unsere Gruppe wird mit vier Bussen, lt. Auskunft des Reiseleiters Korhan alle Baujahr 2011 bis 2013, zum ersten Hotel befördert.  Währenddessen erzählt er ohne Unterlass irgendetwas,  dass man abschaltet und die wesentlichen Informationen überhört. Er führt uns in das Paketbuchungssystem ein, erklärt,  dass das Programm geändert werden musste und der Tag zur freien Verfügung entgegen der schriftlichen Ankündigung im erhaltenen Ablaufplan nicht am Donnerstag, sondern bereits am nächsten Tag sein wird. Deshalb rät er allen, zum Basispaket mit Halbpension auch noch das Exclusivpaket mit Ausflug und Mittagessen für zusätzlich 99 € zu buchen. Er würde nach der Schlüsselausgabe im Hotel noch ca. 90 Minuten da sein, um die Paketbuchungen entgegenzunehmen. Wir hatten eigentlich vor, auch das „Basispaket“ nicht zu buchen, etwas zu Essen findet man in der Türkei ja an jeder Straßenecke.
So gehen wir also ohne jegliche zusätzliche Buchung in Richting Strand, um dort den Sonnenuntergang anzusehen umd in der Strandbar Ali Baba unser erstes Efes zu trinken.

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Strand

Auf dem Rückweg zum Hotel essen wir eine Kleinigkeit und gehen aufgrund der Dunkelheit zurück zum Hotel. Hier werden wir von zwei Reiseleitern aufgeregt empfangen, sie hätten jetzt viel länger auf uns gewartet als vereinbart und bräuchten sofort unsere Entscheidung wegen der zusätzlichen Pakete. Also prompt gesagt, dass wir eigentlich nichts zusätzlich buchen wollten. Ja, aber dann würden wir aber auch nur am Sonntag zum Hotel in Kappadokien transportiert werden würden und am Mittwoch wieder mit zurückgenommen würden.  Die Fahrten am Montag und Dienstag würden bereits zu den Führungen gehören,  die allerdings Teil des Basispakets wären. Außerdem wären wie die einzigen, die kein Paket gebucht hätten. So erpresst entscheiden wir uns doch für das Basispaket und sind total sauer auf diese linke Tour, wie wir hier abgezockt werden. Aus Trotz nehmen wir, obwohl wir bereits gegessen hatten, noch am Abendessen teil und waren schon wieder verwundert, da es keine Getränkepreise zu den Standardgetränken gab. Es würde alles aufs Zimmer gebucht werden und beim Auschecken wäre dies zu begleichen. Leider dab es im Hotel nur Tuborg. Und der erste Tag ging zu Ende. Das Zimmer übrigens war gut, sauber und nichts zu beanstanden.
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Hotelzimmer

25.01.2014

Da wir an diesem freien Tag auf uns selbst gestellt sind, lassen wir uns Zeit. Bei einem Blick aus dem Fenster werden wir bestätigt: es regnet. Und zwar stark. Richtig stark. Nach einem sehr guten Frühstücksbuffet erkunden wir ds Hotel, sehen nach, was der Laden „billiger als Fielmann“ im Angebot hat, werfen einen Blick auf den Pool, betrachten die professionelle Abdichtung der Außentüren (mit zuaammengerollten Handtüchern gegen eindringendes Regenwasser), prüfen das Fernsehprogramm.
Nachdem der Regen irgendwann nachgelassen hat, beschließen wir, in die auf allen am Straßenrand stehenden Schildern und auch in der Lobby ausliegenden Prospekten beworbenen Stadt Kedryie zu gehen.
Ein Spaziergang von ca. zwei Kilometer bis zum Ortszentrum bei schönem Wetter. Hier stehen Geldautomaten ohne Ende. Da versuche ich doch gleich einen und hebe 300 türkische Lira ab. Der Automat spuckt diese mit einer Quittung incl. Umrechnungskurs aus. Susanne probiert einen anderen aus, er gibt das Geld jedoch ohne Umrechnungskurs aus. Sehr seltsam.
Bis auf weiteren heftigen Regen und einer daraus resultierenden Rückfahrt mit dem Taxi (15 TL, allerdings wohl „nebenraus“, da er gerade in der Mittagspause ist) keine besonderen Vorkommnisse.
Manche Mitreisende ließen sich übrigens noch beom Frühstück von den Reiseleitern überreden, für 39 € pro Person mit nach Aspendos zu fahren, bei dem Wetter eigentlich unglaublich.

26.01.2014

Heute ist Abreise um 7 Uhr, Frühstück gibt es ab 6 Uhr. Es stehen 515 km auf dem Programm, eine Busfahrt über das Taurus-Gebirge mit Wintereinbruch. Immer wieder werden kurze Pausen eingelegt, vermutlich an den Rastplätzen, an denen der Reiseleiter Provision, vermutlich in Naturalien, bekommt. Außerdem raucht Moammer, unser Reiseleiter und so kommt er zu seinen Raucherpausen.
Auf dem Weg geht es ins Kloster der tanzemden Derwische, heute Museum, in Konya.

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Eintrittskarte

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Eine Türe im ehemaligen Kloster

Da es Sonntag ist, sind zu den vielen Touristen, die alle in Bussen durch die Lande gekarrt werden, viele Einheimische da. Außerdem nahmen wir auf dem Weg noch eine unterirdische Stadt mit.

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Eingangsbereich der unterirdischen Stadt

Abends Ankunft im Hotel in Ürgüp, Abendessen, …

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Blick aus dem Hotelfenster

27.01.2014

Kappadokien, das sind die Städte,  Klöster und Kirchen in den Tuffkegeln. Zum Teil heute noch bewohnt, zum Teil UNESCO-Weltkulturerbe wie unsere erste Anlaufstelle Göreme. Nach teilweise abenteuerlicher Busfahrt kommen wir an und besichtigen nach einführenden Worten der eitung die vergängliche Geschichte dieses Ortes. Wenn hier nicht bald viel mehr zum Erhalt getan wird, werden nachkommende Generationen nicht mehr viel davon zu sehen bekommen. Anschließend besichtigen wir noch das Mönchstal, Taubental, Uchisarimg_7117

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28.01.2014

Erster Anlaufpunkt heute: die obligatorische Teppichmanufaktur. Geschichtliches zur Tradition des Teppichknüpfens, der soziale Aspekt (unter Anderem die Verhinderung der Landflucht) und eine Teppich-Vorführshow sollen uns dazu animieren, die edlen Stücke zu kaufen. Eine Anzahlung, dann ginge das so Erworbene zur Schätz- und Zertifizierungsstelle und in wenigen Wochen käme der Teppich frei Haus an. Restzahlung dann direkt beim Lieferanten. Es würden auch alte Teppiche in Zahlung genommen werden.
Aus unserer Gruppe hat sich aber niemand gefunden. Wir gehen alle teppichlos nach Hause. Dauer der Veranstaltung: zwei Stunden. Von den vielen Teppichknüpferinnen, die hier angeblich arbeiten, sieht man aber nur drei im Knüpf-Vorführraum.

Im ZDF wird in der Vorschau zur Wirtschaftssendung WiSo am Abend ein Bericht zu 99 €-Reisen in die Türkei angekündigt.  Als direkt Betroffener wird geplant, diese Sendung anzusehen. Das ZDF ist der einzige deutschsprachige Sender, der am Hotelfernseher zu empfangen ist. Leider fällt hier der Empfang kurz vor der Sendung aus, seltsamerweise als einziger Sender an diesem Tag. Hier kann man doch auf die Idee kommen, dass Zensur im Spiel ist.

29.01.2014

Rückreise in Richtung Antalya. Abfahrt um 7.30 Uhr. Kurz vor der Abfahrt kommt der Reiseleiter zu uns und fragt, ob wir Zimmer 220 hatten. Es wäre noch eine Rechnung offen. Also gehe ich zur Rezeption und sehe mir die Rechnung an, es geht um zwei Bier und ein Wasser. Wir haben allerdings immer gleich bezahlt, deshalb erntet der Hotelangestellte von meiner Seite Unverständnis.  Auch die Unterschrift auf dem Beleg war mir gänzlich unbekannt. Entweder hat der Kellner beim Notieren einrn Fehler gemacht oder jemand hat absichtlich seine Getränke auf ein falsches Zimmer schreiben lassen. Für uns glücklicherweise kein Problem. Allerdings können wir dann immer noch nicht losfahren, da der Kellner noch in den Bus kommt und versucht, so den Übeltäter zu überführen. Allerdings ohne für ihn befriedigendes Ergebnis. Ich hoffe, dass er auf der Rechnung von 30 Lire nicht selbst sitzenbleibt. Bei einem Durchschnittseinkommen von ca. 800 Lire im Monat viel Geld.
Nach ca. einer Stunde Rast in einer restaurierten Karawanserei, jetzt Restaurant, jedoch mehr Souveniershop,  Gefühlt der einhundertdreiundzwanzigste seiner Art. Später überqueren wir wieder das Taurus-Gebirge mit schneebedeckten Straßenrändern. Wir werden unterrichtet, dass wir uns nun zu unserem heutigen Hotel begeben in Alanya. Morgen werden wir dann um 9 Uhr mit Gepäck wieder abfahren, dann die Schmuckpräsentation besuchen, anschließend die Ledermodenschau. Antalya ist nun ca. 100 km entfernt. Wir befinden uns in einem Badeort und sind offensichtlich hier, um das Hotel über den Winter offen zu halten.

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Blick aus dem Hotelfenster

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Strandbar

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Meer

Der Strand ungepflegt, Handwerker sind an allen Ecken dabei, die Schäden der letzten Saison zu beseitigen.  Das Essen ist in Ordnung, nur der Nachtisch kommt wohl hauptsächlich aus den Laboren von Bayer Leverkusen oder BASF.

30.01.2014

Wir fahren nun nach Antalya zur Schmuckfabrik. Um es unmöglich zu machen, dass sich jemand aus dem Staub macht, fährt der Bus bis vor die Tür des ehemaligen Casinos im Erdgeschoß eines Hotels.

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Üppig dekorierter Verkaufsraum

Nach der Begrüßung und kurzen Einführung, hauptsächlich in die möglichen Zahlungsmodalitäten, werden die Beraterinnen und Berater auf die potentiellen Kunden losgelassen. Die angegebenen Presie werden grundsätzlich sofort vom Personal unterboten, in unserem Fall kommt dann ein junger Mann, der behauptet, Mitglied der Geschäftsführung zu sein, und unterbietet sofort den Preis, den die Beraterin genannt hatte. Dies ist der Moment, in dem wir uns ausklinken.

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WC-Türe

Der Verkaufsraum ist so angelegt, übrigens bei jeder dieser Veranstaltungen, dass der Ausgang nur sehr schwer und mit Hilfe des Personals gefunden werden kann.

Dies überstanden, geht es sofort weiter zur Leder-Modenschau, gleiches Prozedere, gleiches Ergebnis. Angeblich alles Armani-, Gucci- und wie sie alle heißen mögen-Modelle, teilweise mit Original-Label, allerdings sehr selten. Allerdings, was alle Stücke gemeinsam haben, sind die Phantasiepreise, die auf den Zetteln stehen. Eine schlichte schwarze Lederjacke 1700 – 2000 €. Dann natürlich Preisnachlass (ohne Geschäftsführer 30 %, mit Geschäftsführer mehr), wenn der Wunschpreis noch nicht erreicht ist, wird der Reiseführer mit einbezogen, der „holt“ noch etwas raus.

Angeblich, so wirft uns der Reiseführer nach der Veranstaltung vor, hätten wir den Rekord gebrochen: kein Stück verkauft.

Anschließend fahren wir in die Innenstadt von Antalya, werden bei der Altstadt freigelassen und haben zwei Stunden Zeit, diese eigenständig zu erkunden. Die im Reiseverlauf angekündigte Stadtrundfahrt fällt unter den Tisch.

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Ausblick vom Republikplatz

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ehemalige Nürnberger Straßenbahn im Einsatz

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buntes Treiben am alten Hafen

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alter Hafen

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Altstadtgäßchen

Kurz nach 16 Uhr holt uns der Bus wieder dort ab und wir fahren zu unserem letzten Hotel. Dies macht einen sehr guten Eindruck, die Zimmer sind sauber, insgesamt das beste Hotel unserer Reise.

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Ausblick aus dem Hotelfenster

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Antennenkabel-Führung mit Gabel als Hilfsmittel

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Strom-Kleinverteiler mit Absicherung fürs Hotelzimmer

Das Essen hier nicht als Buffet, sondern als Menu serviert, mit Vorspeise, Suppe, Hauptspeise und Nachtisch, die Kellner sind gut drauf, es passt alles und die Stimmung ist gut.

31.01.2014

Wecken um 1.30 Uhr, Frühstück um 2 Uhr, Abfahrt des Buses um 3 Uhr, da der Flieger um 6 Uhr geht. Die Fahrt zum Flughafen dauert 20 Minuten, also viel Zeit. Es werden noch die letzten Lira ausgegeben, am Gate auf den Abflug gewartet und nach Stuttgart geflogen (gleiche Maschine, anderes Personal).

Mein Fazit:

Eine Reise, die ihren Preis wert ist. Als negative Randerscheinungen sind die Art der Reiseführer und die „spontanen“ Änderungen im Reiseverlauf zu nennen. Ansonsten bekommt man eine Reise, für wenig Geld und mit viel Inhalt. Die Verkaufsveranstaltungen muss man eben über sich ergehen lassen, dies ist ein Teil des Finanzierungsmodells. Wobei ich mich frage, wie jemand auf die Idee kommt, dass Menschen, die eine Reise für 99 € buchen, eine Lederjacke für 800 € oder einen Teppich für 5600 € kaufen.

route

Die Reiseroute, überschlagen ca. 1500 km Stecke

Zensur oder Zufall?

In der heutigen Programmvorschau von WiSo wird angekündigt, einen Bericht über die 99 €-Reisen in die Türkei zu bringen. Ist ja durchaus interessant, wenn man sich gerade auf einer solchen befindet. Seltsamerweise ist dann aber im Hotelfernseher das einzige Programm, das ab 19 Uhr nicht mehr zu empfangen ist, das
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