Die Familie

Im Jahr 1993, ich war gerade auf der Meisterschule, heiratete mein Bruder Peter seine damalige Freundin Marita. Ich als Bruder wurde natürlich eingeladen und so lernte ich bei der Party die ehemalige Arbeitskollegin von Marita, Barbara, kennen. Irgendwie verstanden wir uns von Anfang an und so entwickelten wir uns zu einem Pärchen. Sie war gerade noch auf der Meisterschule für Maler in Nürnberg, hatte da eine Wohnung und auch nach der Meisterschule eine Stelle als Malermeisterin, und ich war gerade in Ebern auf der Meisterschule. So kam es, dass ich dann immer öfter am Wochenende nach Nürnberg fuhr und nicht nach Donauwörth, da hatte ich sowieso nur noch ein Zimmer, da meine Wohnung von Peter und Marita in Beschlag genommen wurde, da ich sie ja auch nicht brauchte, da ich ja in Ebern war.

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Irgendwann, ich glaube es war Januar 1994, nach der „Weihnachtsfeier“ von Barbaras Firma, machte ich ihr einen Heiratsantrag und sie sagte zu unser beider Überraschung „ja“. Für mich war klar, dass ich nach der Meisterschule wieder nach Donauwörth zurückkehren würde, um dort die Schreinerei zu übernehmen. Barbara wollte das anfangs nicht, hat sich dann aber doch dazu breitschlagen lassen und so zogen wir in meiner, nun unserer Wohnung zusammen. Im September war dann die Hochzeit.

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Im April 1995 vergrößerte sich die Familie durch Pauline. Im Dezember 1996 kam dann auch noch Kilian und im November 2000 noch unser „Nesthäkchen“ Julius.

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Pauline

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Kilian

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Tom, Pauline, Kilian, Barbara

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Tom, Julius

Mittlerweile ganz solide und etabliert, Kind gezeugt, Haus gebaut, Baum gepflanzt, was will man mehr.

Ein tiefer Einschnitt war dann die Insolvenz mit dem Wissen, dass die Existenzgrundlage komplett weg war, die Ernährungsgrundlage der fünfköpfigen Familie fehlte nun komplett, Arbeitslosengeld gab es keines, dafür war ich zu lange selbstständig. Irgendwie hielten wir uns über Wasser und zum Glück konnten wir bis zum Verkauf des Hauses dort auch noch mietfrei wohnen. Was ich Barbara sehr hoch anrechnen muß, ist die Tatsache, dass sie in dieser schweren Zeit stets zu mir gehalten hat. Ich hätte es ihr nicht verübeln können, wenn sie mich in dieser Zeit verlassen hätte. Aber sie hielt die Familie zusammen.

Dann der Umzug nach Weisenhorn, ein Reihenhaus gemietet, die Möbel reingestellt, der Job in Weisenhorn war weg, ich war wieder arbeitslos und auf Stellensuche. Hier entschieden wir uns dann für die Stelle in Stuttgart, und im dezember pünkltich 2 Tage vor Weihnachten zogen wir dann auch in unsere Wohnung im Stuttgarter Osten, ein etwas anderes Weihnachten mit Umzugskisten und nicht aufgestellten Möbeln. Da war es wichtig, dass wir ePlatz zum Schlafen hatten, das Wohnzimmer einigermaßen ansehnlich und die Küche bereit war, um etwas zu Essen herzustellen.

Eine schöne Wohnung, Erdgeschoß mit Garten, ich konnte zu Fuß zur Arbeit gehen, die Kinder hatten es nicht weit zur Schule und in den Kindergarten, wir fingen an, uns mit Stuttgart auseinanderzusetzen.

Hier stießen wir auch auf „Bookcrossing“ und haben dort eine Gemeinschaft gefunden, die irgendwie seltsam ist, aber es schwimmen die meisten auf der gleichen Wellenlänge und man versteht sich.

Irgendwann meinte dann der Vermieter, dass er die Miete um 30 % erhöhen wolle, was wir zum Anlaß nahmen, uns eine neue Wohnung zu suchen. Die Wohnung war sehr schön und auch gut gelegen, aber bei einer solchen Mieterhöhung schlichtweg nicht mehr zu finanzieren. Also zogen wir in den Stuttgarter Westen mit dem Ergebnis, dass 4 Familienmitglieder täglich mit dem Bus durch die ganze Stadt zockelten, da Schule und Arbeitsstelle am anderen Ende der Stadt waren. Und so suchten wir uns wieder eine Wohnung im Osten der Stadt und fanden sie auch im 5. Stock eines Mehrfamilienhauses. Bezahlbar, gut zu erreichen, also wieder ein Umzug. Für die Kinder war es gut, da sie wieder 30 Minuten länger schlafen konnten, außerdem waren die Schulfreunde in der Nähe.

Und dann kam die Kündigung meiner Arbeitsstelle. Wieder eine Probe, die wir allerding bestanden. Erst die zehrende Zeit der Arbeitslosigkeit, in der ich zwei Monate CAD-Kurs hatte, dann die Zeit des Pendelns zwischen Stuttgart und Nürnberg. Dann die Entscheidung, wann wir umziehen. Die Probezeit ist erst im Dezember vorbei, in den Ferien umzuziehen wäre geschickt, da dann die Kinder das neue Schuljahr in der neuen Schule beginnen könnten. Also mal vorsichtig abgeklopft, wie denn die Chancen bestehen, übernommen zu werden, hierzu positive Signale, also die Entscheidung, in den Ferien nach Nürnberg zu ziehen. Wieder eine Wohnung suchen, und das nun mit der Schwierigkeit, dass ich die Besichtigungen in Nürnberg durchziehen mußte, die meisten waren ja unter der Woche abends, Fotos machen, diese dann nach Stuttgart mailen, telefonisch über die Wohnungen sprechen, entscheiden, neue Wohnung suchen usw. Bis wir dann die Wohnung gefunden haben, die Vermieter auch uns wohlgesonnen waren und so eine neue Bleibe gefunden haben.

Also wieder eine Eingewöhnung, neue Umgebung, neue Leute, neue Schulen, neue Verhältnisse. Aber eines muß ich sagen: die Lebensqualität in Nürnberg ist höher als in Stuttgart. Die Lebenshaltungskosten in Nürnberg sind bedeutend geringer, sodass der Verdienstunterschied, den ich zu meiner Arbeit in Stuttgart hatte, nicht auffiel.

Und dann kam der große Schock. Bei Barbara wurde Eierstockkrebs diagnostiziert. OP, Chemotherapie, Reha, Rückfall, neue OP, diese abgebrochen und dann das Schlimmste, was uns als Familie passieren konnte, allerdings für Barbara die Erlösung: Sie konnte den Krebs nicht besiegen und hatte aufgegeben. Seither versuche ich mich als alleinerziehender vollzeitarbeitender Vater mit drei Kindern, zwei davon in der Pubertät und einer mit dem Sprung ins Gymnasium. Es ist nicht leicht, aber wir kämpfen uns durch und machen das Beste daraus. Irgendwie schaffen wir das schon.

Unsere Familie ist jetzt wieder größer geworden. Ich habe mich neu verliebt, in Susanne aus Ludwigshafen, sie bereichert unser Leben durch ihre frische Art und Weise. Mit ihr zusammen werden wir nun das Haus in Neunhof herrichten und den weiteren Lebensweg gehen. Ich bin sehr froh, dass sie mich gefunden hat. Wer weiß, was sonst aus mir geworden wäre.

Anmerkung: Es gibt natürlich aktuelle Bilder der Kinder und auch von Susanne, aber um deren Privatsphäre zu schützen, habe ich das vermieden. Es reicht, wenn ich mich hier veröffentliche, es geht hier ja auch um mein Leben und nicht um das meiner Kinder oder von Susanne.