2014 – Holland – Zeeland

Im Mai sind wir über Groupon auf eine Aktion aufmerksam geworden:
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Das war eigentlich das Richtige, um einen Familienurlaub zu Fünft nach Abschluß der Schule der Großen und zum Ausspannen nach einigen Anstrengungen beim Renovieren zu machen. Also schlugen wir zu und haben einen Gutschein gekauft. Die Konditionen waren ok:

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Nach einigem Hin und Her per Mail unter Einschaltung von Groupon haben wir dann auch unseren Wunschtermin 25.08. – 29.08.2014 gebucht bekommen und weitere 78 € für Buchungsgebühren, Bettwäsche und vermutlich Kurtaxe oder so beglichen (dies war leider nicht klar erkenntlich, da Teile der Rechnung auf Niederländisch waren.

Einige Tage vor der geplanten Anreise erhielten wir noch eine Karte mit Barcode für die Schranke. Sobald wir diese überschritten hätten, so stand in der erklärenden Email, könnten wir uns noch unsere Karten ausdrucken.

Am 25.08.2014 machten wir uns dann frühmorgens auf den Weg, um auf demselben noch ein Outlet-Center zu besuchen (auf speziellen Wunsch einer Einzelnen), um dann rechtzeitig ab 15 Uhr anzureisen. Aufgrund unseres speziellen Reisemittels, unseres Fiat Multipla Bluepower (reines Erdgas-Fahrzeug), waren wir allerdings an spezielle Tankstellen gebunden, da leider diese Kraftstoffart nicht sehr weit verbreitet ist. Also haben wir unterwegs nochmals getankt, das Outlet-Center mit dem Kauf-Erfolg von zwei Paar Sportschuhen wieder verlassen und uns in weitere Anfahrt gewagt, die uns über Belgien wieder in die Niederlande führte. Nach einigen Problemen mit dem Internet (Routenplaner) und Apps für Erdgastankstellen auch im europäischen Ausland sind wir dann doch noch in unserem Ferienpark angekommen, um dort nach kurzem Anstehen an der Rezeption unser Komforthome zu beziehen.

Am nächsten Tag, ein durchaus regnerischer, beschlossen wir, nachdem sich das Internetproblem zum Glück gelöst hatte, nach Middelburg zu fahren, um dort zum einen zu tanken und zum anderen natürlich auch die Stadt anzusehen. Nachdem wir das erste erledigt hatten (nach kurzen Problemen mit dem Routenplaner und der Erkenntnis, dass die angegebene Tankstelle mittlerweile einen anderen Betreiber hat und man nur mit Kreditkarte Erdgas tanken konnte), gingen wir zum zweiten Teil über und erkundeten die Altstadt von Middelburg, die an diesem Tag auch von Touristen bevölkert war.

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Am Mittwoch, so war vereinbart, fahren wir nach Rotterdam, um den Shoppinggelüsten einer Einzelnen nachzukommen. Nach entspannter Fahrt und Besuch einiger einschlägiger Adressen (mit der Erkenntnis, dass das Internet doch nicht alles weiß, da ein Geschäft schon seit Längerem nicht mehr existent war) war es uns doch noch vergönnt, an einen sonnigen Tag auch Teile der Stadt zu besichtigen.

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Rotterdam

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Rotterdam

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Dies ist ein Bus, in dem eine Stadtrundfahrt über Land und Wasser angeboten wird. Diese kostet bei einer Dauer von 60 Minuten pro Person ca. 22,50 €, was uns schlichtweg zu teuer war.

Auf der Rückfahrt sind wir dann wieder den Tücken des Internet erlegen, da wir eigentlich auf der Suchen nach einem Pannekokkenhus waren. Aber das so im Internet angepriesene war eine „normale“ Lokalität, die allerdings auch schon um 19 Uhr schloss und wir so auf eine andere Gaststätte ausweichen mußten.

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Die Steineren Brücke von Goes bei Tag

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und bei Nacht.

Am Donnerstag, so war der Plan, wollten wir das in dem Angebot angepriesene Subtopische Freizeitbad besuchen, das, so dachten wir, zur Ferienanlage gehört. Dies war allerdings eine Fehleinschätzung, da das Bad tatsächlich ca. 12 km von der Ferienanlage entfert lag und auch nicht subtropisch war, zumindest nicht das Wasser, gefühlte Wassertemperatur 18 °. Aber auch dies wurde von allen Beteiligten einigermaßen hingenommen und nach dem Besuch der einschlägigen Supermärkte (zum Einen ein einheimischer, zum Anderen einer einer Kette, die ihren Sitz in Deutschland hat), und einem üppigen, aber nicht gerade preisgünsigem Mahl bereiteten wir uns darauf vor, am nächsten Tag dieses gastliche Land wieder in Richtung Heimat zu verlassen, was wir Tags darauf auch machten.

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Die Rückreise war zumindest auf der deutschen Seite nicht sehr entspannt, ich lobe mir hier die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Disziplin der holländischen und belgischen Nachbarn), aber wir kamen gut und sicher wieder zuhause an.

Fazit: Die Reise war ihr Geld wert, allerdings auch nicht mehr. Da direkt am Freizeitpark derzeit eine Autobahn gebaut wird, gehe ich davon aus, dass der Betreiber der Ferienanlage deshalb das Angebot bei Groupon eingestellt hatte.

Ein Loblied möchte ich auf unser Auto singen, das die 2000 km innerhalb 5 Tagen gut und mit einem durschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 5,2 kg Erdgas/100 km und einen Durchschnittspreis von 1,10 €/kg mit 5 Personen und Gepäck (also gesamt ca. 115 € Kraftstoffkosten) günstig gemeistert hat.

Heute war Inventur

Es sind wieder einige Bücher auf Reisen gegangen, andere sind wiedergekommen, außerdem waren vierzehn Bücher unregistiert im Regal. Diese habe ich teilweise registiert und wieder eingestellt, andere warten auf neuen Platz.

Fazit: Das Regal wird hier gut angenommen, was mich sehr freut 😉

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Offener Brief an DHL/Deutsche Post Update 10.09.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

es gibt durchaus Tage, an denen ich an Ihrer Firma/Ihren Firmen verzweifle. Ich wohne zugegebenermaßen auf dem Land. Und da wir hin und wieder nicht zuhause sind, was möglicherweise daran liegen kann, dass wir auch arbeiten gehen oder das auf die vorgenannte Weise verdiente Geld unter die Leute bringen, hatten wir uns entschlossen, einen Paketkasten anzuschaffen, was uns für 99 € eigentlich angemessen erschien.

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Dafür müssen wir nicht mehr zur nächsten Post fahren, um dort unsere Päckchen und Pakete abzuholen oder auch nicht mehr zur Packstation, die übrigens ebensoweit entfernt ist. Nein, wir haben uns für die „Packstation zuhause“ entschieden, wie vor Kurzem ein Passant unseren Paketkasten nannte.

Dass Sie Ihr Personal nicht schulen, dafür kann ich nichts. Wir haben das für Sie erledigt, zumindest bei unserem Hauptzusteller. Hier klappt das mittlerweile auch ganz gut und so sind wir tatsächlich in den Genuss gekommen, schon einige Sendungen dem Paketkasten entnehmen zu können. Es ist uns immer wieder eine Freude, den Paketkasten zu öffnen und ihm etwas zu entnehmen. Eigentlich, so hatte ich es in Erinnerung, sollte durch eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten darauf hingewiesen werden, aber was solls, so sehen wir eben täglich nach. Kein Problem.

Aber was nun die letzte Woche und auch diese passiert ist, finde ich persönlich nicht mehr ganz so toll. Aber der Reihe nach: Ich habe bei einem Versand meines Vertrauens (nein, es war nicht Amazon) CDs bestellt. Am 13.08.2014 erhielt ich nun die SMS, dass diese Sendung voraussichtlich am Folgetag zugestellt werden würde, worauf ich mich schon freute, da ich mir die CDs natürlich gerne anhören würde. Tagsüber erhielt ich dann eine SMS:

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Nach einem langen Arbeitstag ging isch wie immer erst einmal zum Briefkasten, um die dort hinterlassenen Briefsendungen zu sichten, da fällt mir eine Benachrichtigungskarte ins Auge (nein, es hat nicht weh getan). „Ihre Sendung wurde an Ihrem Wunschort hinterlegt.“. ok, gleicher Text wie in der SMS. Da ich, seit wir den Paketkasten unser Eigen nennen können, keinen Wunschort mehr eingetragen haben, dachte ich natürlich sofort an den Paketkasten. Etwas verwundert nahm ich allerdings die Zeile „Zusätzliche Hinweise“ zur Kenntnis: Hier stand der Name unserer Frisörin, die den Laden in unserem Haus gemietet hat. Also erst einmal einen Blick in den Paketkasten geworfen, aber er war leer. Dann mit der Denachtichtigungskarte zur Frisörin. Nein, sie hätte wohl an diesem Tag einige Päckchen bekommen (Ware für ihren Laden), aber für uns wäre keines dabei gewesen. Also zurück und die Hotline von DHL angerufen, um nachzufragen. Nach längerer Wartezeit wurde ich dann doch noch im Callcenter bearbeitet, um gesagt zu bekommen, dass bei Beschwerden über den Paketkasten die Kollegen von der Packstation zuständig wären, ich würde aber gleich weiterverbunden. Die Kollegen von der Packstation waren allerdings etwas verwundert, dass sie für den Paketkasten zuständig sein sollten, da der Paketkasten ein ganz eigenständiger Produktbereich wäre, aber ich würde weiterverbunden. Allerdings waren die Kollegen von der Packstation auch nicht ganz auf der Höhe, da die verbundene Rufnummer offensichtlich nicht die war, an die ich weiterverbunden werden sollte, da sich nun eine Bandansage meldete, dass die gewählte Rufnummer nicht mehr gültig sei und ich nun an DHLwasweißich-Profischlagmichtot weiterverbunden werden würde. Nach insgesamt 12:57 Minuten (zugegebenermaßen keine lange Zeit für ein Hotline-Telefonat) gab ich nun an dieser Stelle auf und den Hörer beiseite. Ich dachte mir, dann solle sich doch der Versender darüm kümmern und schieb diesen auch gleich an, dass er einen Nachforschungsauftrag stellen sollte, damit wir in Erfahrung bringen können, wo denn meine CDs sind. Ca. eine Stunde später klopfte es an der Haustüre und die nächste Nachbarin, die eine Bäckerei betreibt, kommt mit dem vermissten Paket unter dem Arm zu uns und übergibt es mir. Da war ich natürlich perplex, die Frau heißt doch garnicht so wie die Frisörin! (Sie sieht ihr auch nicht ähnlich) Also erst einmal die Freude groß, die CDs ausgepackt und den Versender angeschrieben, dass er keinen Nachforschungsauftrag stellen müsse.

Und weil ich neben Musik auch Bücher mag, habe ich mir diese Woche noch ein paar Bücher bestellt (nein, nicht bei Amazon). Gleiches Speil, Ankündigungs-SMS am Vorabend, und eine weitere SMS am Zustelltag:

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Verwunderung macht sich breit, wenn jemand versucht, bei uns zu klingeln, kommt er an unserem Paketkasten, der für die Zustellung von Paketsendungen gedacht ist und angeschafft wurde, vorbei:

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Diesmal lag im Briefkasten keine Benachrichtigungskarte, aber die Frisörin brachte uns zu ihrem Feierabend ein Paket vorbei.

Wie gesagt, uns ist bewußt, dass wir in einer ländlichen Gegend wohnen und hier mit Sicherheit der Paketkasten nicht sehr weit verbreitet ist (Lt. Hauptzusteller sind wir in seinem Gebiet die Einzigen), was aber meines Erachtens nicht heißt, dass Aushilfen nicht auf die Möglichkeit der Zustellung in einen Paketkasten geschult werden müssen.

Ich fordere Sie nun auf,

  1. Ihre Zusteller auf die Möglichkeit der Zustellung in Paketkästen umfassend zu schulen und
  2. Ihr Personal in den Callcentern in die Zuständigkeiten in Ihrem Konzern zu unterweisen, dass es nicht mehr zu solchen Fehlleistungen kommen kann.

Hier sind Sie als Arbeitgeber eindeutig in der Pflicht. Gerade als Dienstleistungsunternehmen sollte man die Schulung und Unterweisung der MitarbeiterInnen nicht vernachlässigen, vor allem, um Kundenzufriedenheit zu schaffen und dadurch auch Kundenbindung.

Mit freundlichem Gruß

Thomas Mayer

Update 24.08.2014:

Hier die Screenshots der Postings und Kommentare auf den jeweiligen Facebook-Seiten:

DHL:

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DHL fühlt sich nicht zuständig, dafür ist DHL Paket zuständig

Zum Beitrag

DHL Paket:

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Hier fühlt sich niemand zuständig.

Zum Beitrag

Deutsche Post:

2014-08-24_deutschepost

Deutsche Post ist nicht zuständig, sondern DHL Paket, und das sind die, die nicht antworten …

Zum Beitrag

Update 31.08.2014

Hier die Antwort von DHL Paket:

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Ich bin ja mal gespannt, wie der Dialog weitergeht, der von meiner Seite so weitergeführt wurde:

Vielen Dank für diesen Hinweis. Allerdings löst das nicht das Problem, dass die Aushilfsfahrer nichts mit dem Paketkasten anfangen können, gestern stand ein Päckchen vor der Tür statt im Paketkasten, obwohl ich nun in meinen Einstellungen den Wunschort „Paketkasten“ eingetragen habe.

Update 07.09.2014:

Auf Bitte des Facebook-Accounts DHL Paket habe ich den Sachverhalt in einer Email geschildert und versandt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie bereits in meinem Offenen Brief http://www.tommayer.de/2014/08/offener-brief-an-dhldeutsche-post/ geschildert, gibt es immer wieder Probleme bei der Zustellung von Päckchen und Paketen, vor Allem durch die Aushilfen. Zusätzlich war letzte Woche Samstag ein Päckchen vor der Haustüre gestanden, und diese Woche Freitag eine neue Variante wie im angefügten Bild 2014-09-05_12.40.55.jpg. Ich weiß wirklich nicht, zu was ich einen Paketkasten für 99 € angeschafft habe, wenn jeder Zusteller macht, was er will. Ich bitte um Stellungnahme/Behebung des Problems. Ich habe mittlerweile den Wunschort Paketkasten angegeben, den Paketkasten nun wieder aktiviert (offensichtlich ist durch die Umstellung der Homepage hier etwas schief gegangen, da wohl die Paketkastennummer eingegeben war, aber der Paketkasten neuerlich aktiviert werden musste.

Grundsätzlich finde ich den Einrichtung des Paketkastens eine gute Sache, da wir normalerweise untertags nicht zuhause sind, aber es würde mich sehr freuen, wenn er durch die Zusteller auch genutzt wird.

Hier das angefügte Bild:

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Update 10.09.2014:

Mich erreichte folgende Email:

Sehr geehrter Herr Mayer,
vielen Dank für Ihre E-Mail.
Die von Ihnen geschilderten Ereignisse haben uns veranlasst, mit den Kollegen vor Ort darüber zu sprechen.
Die jeweiligen Zusteller sind darüber informiert worden, dass zukünftig auf unsere Qualitätsvorgaben für die Zustellung mehr geachtet wird.
Für Rückfragen zu Ihrem Paketkasten wenden Sie sich bitte an die Serviceline für Paketkästen unter 0228 286 098 08 oder senden eine Mail an paketkasten@paket.de.
Sollte es erneut zu unangenehmen Erfahrungen kommen, zögern Sie bitte nicht, uns sofort darüber zu informieren.
Für die entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung.
Bei weiteren Fragen stehen wir gern zu Ihrer Verfügung.
Freundliche Grüße
Übrigens war gestern schon wieder ein Paket im Schuppen abgestellt (mit Benachrichtigungskarte „Paket ist im Schuppen“.
Wir werden weitersehen …

Angaben zur Geschichte des Anwesens Neunhof, Hauptstraße 11

Am Sonntag waren wir zum Nachmittagskaffee bei unserer Nachbarin, die uns auch das Haus verkauft hat. Folgende Informationen erhielt ich dort:

Angaben zur Geschichte des Anwesens Neunhof, Hauptstraße 11

Lage

Das Anwesen Neunhofer Hauptstraße 11 (alte Hausnummer 20) liegt im Zentrum des Ortes an der Durchgangsstraße. Eine platzartige Erweiterung zweigt hier von der Straße ab und setzt sich als westlicher Aufgang zur Kirche fort.

Name

Das unter dem Hausnamen „Steger“ ortsüblich bekannte Anwesen wird im Urkataster der Steuergemeinde Neumhof als „Trupfhaus“ geführt. Mit dieser Bezeichnung ist gemeint, dass zum Haus ursprünglich kein landwirtschaftlicher Grundbesitz gehörte. Das Hausgrundstück reichte vielmehr nur soweit wie das Regenwasser vom Dach heruntertropfte. Mit der Bezeichnung „Trupfhaus“ wird also bereits angedeutet, dass sich die Bewohner des Hauses nicht als Bauern ihren Lebensunterhalt verdienten wie die Mehrzahl der Ortsbewohner.

Entstehung

Das Anwesen entstand im Mittelalter auf Gemeindegrund in unmittelbarer Nachbarschaft der Gemeindequelle, deren Ablauf das Grundstück im westen begrenzt. Eine erste Erwähnung findet sich im Jahre 1405, doch dürften die Anfänge noch auf das 14. Jahrhundert zurückgehen.

Entwicklung

Im Jahre 1405 werden Heinz und Fritz Koter erwähnt, die das Pfaffengut alte Hausnummer 18 (= Neunhofer Hauptstraße 7) bewirtschafteten. Daneben betreuten sie aber auch auf dem unmittelbar benachbarten Anwesen (= Neunhofer Hauptstraße 11) die Badstube, die sich im Besitz der Dorfgemeinde befand.

Die Badstube war somit das älteste in Neunhof betriebene Gewerbe. Das Bad suchte man nicht nur zum Zwecke der Reinigung und Köperpflege auf, vielmehr wurden hier zur Förderung der Gesundheit auch Schwitz- und Kräuterbäder verabreicht. Der Bader war außerdem Wundarzt, er schröpfte und ließ zur Ader, zudem konnte man sich bei ihm die Haare schneiden lassen. Er war die einzige heilkundige Person in der Gegend.

Der Nürnberger Humanist und Freund Albrecht Dürers, Willibald Pirckheimer, verbrachte im Jahre 1520 einige Zeit in Neunhof bei seinem Schwager, dem Schloßherrn Martin Geuder. In einem Brief vom 01.09.1520 berichtet er über das Leben in Neunhof und schreibt unter anderem: „Es (gemeint ist das Dorf) wird von vielen Leuten aus den benachbarten Höfen (gemeint sind die Nachbarorte) besucht teils des Badens wegen …, teils des Gebets wegen … „.

In der Tat war der Sonntag der Hauptgeschäftstag im Badhaus, denn an diesem freien Tag verbanden die Einwohner aus Neunhof und Umgebung den Besuch des Gottesdienstes mit einem Aufenthalt im Badhaus. Zum Einzugsbereich der Neunhofer Badestube gehörten außer Neunhof selbst die Orte Beerbach, Tauchersreuth, Nuschelberg, Hub, Günthersbühl, Gainsreuth, Simmelberg, Groß- und Kleingeschaidt, Bullach, Veldershof und Simonshofen. Der Betrieb des Bades war durch eine Badeordnung geregelt, die von der Neunhofer Herrschaft erlassen wurde. Sie vergab auch die Badgerechtigkeit, das Gewerberecht zur Führung des Bades.

Die Bäder wurden in Holzzubern verabreicht. Das dazu benötigte Wasser wurde aus der Gemeindequelle unmittelbar hinter dem Hause bezogen. Das Feuerholz kam aus dem Reichswald, da das Badhaus im Sebalder Forst waldberechtigt war.

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1498 wird als Bader Hans Koter erwähnt. Damals mußte das Badhaus neu gebaut werden. Da sich die Dorfgemeinde dazu anscheinend nicht in der Lage sah, löste der Dorfherr Martin III. Geuder von Heroldsberg und Neunhof das Besitzrecht der Gemeinde ab und übernahm das Badegewerbe in herrschaftlice Regie. Von da an wurde der Bader als Pächter von der Schloßherrschaft eingesetzt, bis man 1562 die Badstube an den Bader Hans Fuchs privat verkaufte. Im 16 Jahrhundert und in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges erlitt das Neunhofer Badhaus starke Einbußen. So mußten die Bader oft nebenbei noch andere Berufe ergreifen, sie waren z. B. als Schneider oder Mesner tätig. Der Verkauf des Waldrechtes im Jahre 1562 ist ein weiterer Hinweis dafür, dass der Badebetrieb zu jener Zeit nicht viel einbrachte.

1686 wurde das Badhaus von der Welerschen Herrschaft erworben und mit einem Bader als Pächter besetzt. Der Badebetrieb auf diesem Anwesen wurde noch bis 1702 fortgeführt. Die Bedeutung des Baderhandwerks nahm in den folgenden Jahrhunderten wieder zu, es wurde jedoch in anderen Anwesen im Ort ausgeführt. Die letzten Neunhofer Bader waren Johann Stoffel (1860) und Georg Kiefel (1922) der sich zuletzt jedoch nicht mehr als Bader, sondern als Friseur bezeichnete.

Auf dem Anwesen Nr. 20 wird 1702 ein Färber Michael Haid erwähnt, der wohl die Einrichtung des bisherigen Badhauses mit seinen Bottichen und dem benachbarten Wasserzulauf für sein Gewerbe gut nutzen konnte. Im Jahre 1714 änderte sich die Nutzung des Anwesens erneut: Der Hafnermeister Matthäus Kammerer errichtete hier eine Hafnerei, die etwa ein Jahrhundert Bestand hatte. Da sich der Badeofen für die Brennerei nicht eignete, mußte 1717 ein gesonderter Hafnerofen neben dem Haus errichtet werden.

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In der Hafnerei wurden Gefäße aller Art, wahrscheinlich auch Ofenkacheln hergestellt. Der Einzugsbereich dürfte sich auch auf die benachbarten Orte erstreckt haben. 1744 erwirbt der Hafner Nikolaus Bub das Anwesen. Im Jahre 1759 wird ein Neubau des Hauses erforderlich. Bei dieser Gelegenheit hat man den Brennofen in das Innere des Gebäudes verlegt, was die Arbeitsabläufe vereinfachte. Bub mußte sich jedoch verpflichten, den Brennofen keinesfals als Backofen zu nutzen, damit der Schloßbäcker (spätere Bäckerei Windisch) nicht in seinem Einkommen geschmälert wurde.

In drei Generationen übte die Familie Bub das Hafnergewerbe hier aus. Die Witwe des Jakob Bub heiratete 1836 den Hafner Michael Leonhard Pförtsch. Er war der letzte Neunhofer Hafner.

1861/62 erwarb der Köbler Friedrich Engelhardt das Anwesen und wandelte es in einen kleinbäuerlichen Betrieb um. Es wurden Feldgrundstücke von anderen Bauern des Ortes erworben. Die Hafnerei wurde abgebrochen und durch das heutige Sandsteingebäude ersetzt.

Friedrich Engelhardt (1809 – 1881) und seine Frau Kunigunde, geb. Müller aus Günthersbühl, waren Besitzer des Anwesens Neunhof Nr. 35a (= Weiherstraße 8) gewesen, das der Vater Johann Engelhardt (1781 – 1842) von der Familie Frauenkecht erworben hatte. Dieses Anwesen trug nach einem früheren Besitzer den Hausnamen „Steger“. Als Friedrich Engelhardt 1861 das Halbhaus veräußert, übertrug sich der Hausname auf sein neues Wohnhaus, die frühere Hafnerei. In direkter Linie ging der Besitz des Anwesens Nr. 20 von Friedrich Engelhardt auf Georg (1844 – 1910), schließlich auf Johann Engelhardt über, der 1902 Anna Schmidt aus Neunhof ehelichte. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor, darunter der spätere Besitzer Paul Engelhardt (1916 – 2014).

Zusammengestellt vom damaligen Stadtarchivar der Stadt Lauf, Ewald Glückert unter Heranziehung folgender Quellen:

  • Freiherrlich von Welsersches Gutsarchiv Neunhof
  • Bayerisches Staatsarchiv Nürnberg
  • Evang.-Luth. Pfarrarchiv Beerbach
  • Stadtarchiv Lauf a. d. Pegnitz, Bestand Gemeindearchiv Neunhof

Eine Treppe – eine Treppe!

Nachdem ich in letzter Zeit eher „Werkstattarbeiten“ ausführte, war heute wieder einmal eine großere Einreiß- und Aufbauarbeit dran: die Treppe in den Dachboden wurde eingebaut.

Zuerst wurde im Dachboden der alte Bretterboden beseitigt, um dann festzustellen, dass genau dort, wo die Treppe hinkommt, doch einige Kabel verlaufen. Das Problem wird aber erst einmal vertagt. Heute ist die Treppe dran.

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Dann erst einmal ein Loch in die Decke gemacht, mit einer Wange festgelegt, wo der Wechsel eingebaut gehört, Wechsel montiert, Einzelteile der Treppe ein Stockwerk tiefer in den Flur transportiert und zusammengebaut. Mit vereinten Kräften und einem Zurrgurt die Treppe dann hochgezogen, die letzten Zentimeter nur mit Muskelkraft, und dann ist sie in Position. Dann noch verschraubt, und sie sitzt.

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Dann noch die alte Bodentreppe und den dafür eingesetzen Wechsel beseitigt, und schon haut man sich nicht mehr den Kopf an beim Treppenlaufen 😉

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Jetzt noch aufräumen, saubermachen und dann ist Feierabend!

Zwei neue Fenster

Der heutige Vormittag stand ganz im Zeichen des Staubs. Es wurden zwei neue Fenster im Dachboden in die Giebelwand eingebaut, dazu war es notwenfig, in die Mauer Fälze einzubringen.

So sah ich nach den Arbeiten aus:

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Und so sehen die neuen Fenster von außen aus:

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Ausblick

Der Ausblick meiner momentanen Werkstatt:

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Und so sieht es in der momentanen Werkstatt aus:

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Heute angekündigtes längeres Gewitter

mit ergiebigen Regenfällen. Anfangs hat der Kanal die Wassermassen noch geschluckt, dann aber war es ihm zuviel und wir hatten wieder einen Bach vor der Haustüre. Diesmal sogar so hoch, dass das Wasser ins Haus eindrang. So ca. 30 l haben wir aufgefangen, also das Schlimmste wurde verhindert. Unser Nachbar meinte anschließend, dass er das in 30 Jahren nicht erlebt hätte, dass in unser Haus das Wasser floss.

Wir hoffen nun, dass das auch wirklich nur alle 30 Jahre vorkommt 😦