14.08.2013

Eigentlich wollten wir seit gestern stolze Eigentümer einer schönen Immobilie sein, aber es sollte wohl nicht sein, zumindest mit dieser. Aber von Anfang an:

Wir suchen seit einiger Zeit ein Haus in der Umgebung von Nürnberg. Zum einen ist unsere bisherige Vermieterin gestorben und hat das Haus, in dem unsere Wohnung liegt, an ihre beiden Kinder vererbt und hier gibt es für uns eben einige Unwägbarkeiten (Mieterhöhung oder Hausverkauf oder Umwandlung in Eigentumswohnungen und Verkauf oder wie oder was?), zum anderen sind eben auch die Zinsen derzeit noch so günstig, dass man mit der ersparten Miete auch einen Kredit zurückzahlen könnte und man hätte dann etwas Eigenes.

Nach einigen Besichtigungen sind wir dann auf ein ehemaliges Bauernhaus in Schwanstetten gestoßen, das uns sowohl von der Lage als auch vom Platzangebot und allem gut gefallen hat. Nach einigen Besichtigungsterminen (erst Susanne und ich, dann mit den Kindern, dann mit Olaf, einem Arbeitskollegen, der Bauingenieur ist, mit dem Denkmalschützer) wurden wir uns mit dem Verkäuferehepaar auch einig. Also Notar beauftragt, Vertragsentwurf durchgesprochen, Änderungen beauftragt, gleichzeitig Finanzierung in die Wege geleitet, zwischenzeitlich mit den Versorgern Leitungswege geklärt, Plan des Objekts gezeichnet, Besichtigungstermin mit dem Gutachter der Bank, dieses und jenes abgeklärt …

 

Nach der Finanzierungszusage Notartermin vereinbart, dann fingen die Probleme langsam an: Der Verkäufer fühlte sich überrumpelt wegen der Festsetzung des Termins, die Wärmelieferung dürfe im Kaufvertrag nicht erscheinen, keine Änderungen im zweiten Vertragsentwurf, die Eintragung ins Grundbuch dürfe erst passieren, wenn er das Geld hat (die Bank gibt das Geld erst frei, wenn die Grundschuld im Grundbuch eingetragen ist) …

Am Montag, 12.08. hatten wir dann einen Termin bei der Bank wegen Unterzeichnung des Kreditvertrags. In diesen hatte sich allerdings ein Fehler eingeschlichen, sadass wir diesen nicht unterzeichnet haben und einen neuen Termin für Mittwoch vereinbarten. Bis wir zuhause waren, rief der Makler an und erzählte von Problemen mit den Verkäufern, da diese scheinbar bei einer Rechtsberatung waren, die einige Punkte im Kaufvertragsentwurf bemängelte und diesen als sehr unsicher einstufte (ein 08/15-Immobilien-Kaufvertrag, wie sie täglich bei zig Notaren abgeschlossen werden). Man wolle nun erst einige weitere Änderungen eingearbeitet haben, dann den Vertrag wieder durch die Rechtsberatung geprüft haben (dafür benötigt man die Zeit von zwei Wochen), dann könne wieder ein Notartermin vereinbart werden. Ich vereinbarte mit dem Makler, dass ich nochmals mit der Verkäuferseite telefonieren würde, um eventuell einige Unstimmigkeiten zu beseitigen und wir den vereinbarten Termin einhalten können. Dazu sollte man wissen, dass nach dem Notartermin das Grundbuchamt ca. vier bis sechs Wochen benötigt, um die Eintragungen zu tätigen, danach stellt der Notar die Kaufsumme fällig und wenn das Geld auf dem Konto der Verkäuferseite eingetroffen ist, wird der Schlüssel übergeben und man ist Eigentümer der Immobilie. Da wir ja eigentlich noch einiges am Haus machen wollten (Räume streichen, einige Leitungen verlegen, neuen Elektroanschluss fürs Haus, da derzeit über das dahintergelegene neuere Haus der Verkäufer angeschlossen) und dann ja auch noch umziehen wollten (geplanter Termin Herbstferien, also Ende Oktober 2013) und durch die Verschiebung des Notartermins ja auch alles andere nach hinten verschoben würde (Notartermin Mitte September + vier bis sechs Wochen Grundbuch = ca. Ende Oktober + Arbeiten im Haus + Beauftragung Elektroanschluss (mittlerweile weiß ich, dass zwischen Beauftragung und Ausführung auch gut und gerne mal drei Monate vergehen können, und das wäre dann mitten im Winter (keine Aufgrabung möglich, also erst im Frühjahr 2014))). Mit Engelszungen auf die Verkäufer eingeredet, allerdings legte diese mitten in einem meiner Sätze auf und ging auch nicht mehr ans Telefon. Auf einer solchen Basis wollten wir dann eigentlich auch kein Vertragsverhältnis eingehen und haben gemeinsam beschlossen, dieses Haus nicht zu kaufen. Unsere Entscheidung teilten wir dann auch dem Makler mit, der diese auch sehr gut verstehen konnte und auch sein Mandat niederlegen wollte. Die Bank angerufen, dass der Kreditvertrag nicht mehr benötigt wird usw. usw.

 

Zum einen sind wir erleichtert, dass wir mit der Verkäuferseite nichts mehr zu tun haben, die anfangs einen sehr vernünftigen und bodenständigen Eindruck erweckt haben, der sich zum Schluß allerdings in einen unbeschreibbaren Eindruck änderte („Eigentlich brauchen wir keinen Vertrag, aber wir sind mal so beschissen worden von einem Mieter …“), zum anderen sind wir nun natürlich traurig, dass wir das Haus, das uns wirklich gut gefallen hat, und nicht nur uns, sondern auch den Kindern, nicht bekommen. Aber wir denken, dass wir auf Dauer mit der Verkäuferseite immer wieder zu Problemen gekommen wären, denen ja auch der ganze Rest des größeren Bauernhofanwesens gehört, die auch die Holzhäckselheizung, an die wir mit angeschlossen gewesen wären, betreiben usw.

Julius war ja schon für die Schule in Schwabach angemeldet, also hier wieder Abmeldung und jetzt auf zur neuen Suche nach einem Platz für die sechste Klasse. Und das mitten in den Ferien, in einer Zeit, in der alle Schulen und Sekretariate geschlossen sind.

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